Strukturbildung

Der Programmbereich “Strukturbildung” untersucht, wie sich Moleküle, Polymere und kolloidale Partikel zu Materialien verbinden. Er untersucht die grundlegenden Mechanismen der Strukturbildung und wendet sie an, um neue Materialien aus flüssigen Vorstufen herzustellen.

Wir untersuchen dazu, wie die Eigenschaften von Komposit- und Hybridmaterialien von ihrer Mikrostruktur abhängen und wie man sie verändern kann. Dazu variieren wir systematisch Größe, Geometrie, chemische Zusammensetzung und Anordnung der Materialbestandteile. Wir beobachten, wie Mikrostruktur und innere Grenzflächen entstehen und Materialeigenschaften bestimmen. Diese Methode wenden wir zum Beispiel auf transparent leitfähige Schichten aus metallischen Nanopartikeln für die Elektronik an, stellen so Komposite leitfähiger Polymere mit optisch aktiven Partikeln für Sensoren her und gestalten Suprapartikel aus optisch aktiven Nanopartikeln. Wir suchen Partikel, aus denen sich zukünftige “aktive Nanokomposite” herstellen lassen, die mit Elektronik verbunden ihre Eigenschaften bei Bedarf verändern können.

Prof. Dr. Tobias Kraus, Leiter Strukturbildung
Prof. Dr. Tobias Kraus
Leiter Strukturbildung
Telefon: +49 (0)681-9300-389
Mitarbeiter/innen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon: +49 (0)681-9300-314
E-Mail: lisa.beran@leibniz-inm.de
Doktorandin
Telefon: +49 (0)681-9300-243
E-Mail: muniba.bhatti@leibniz-inm.de
Technischer Mitarbeiter
Telefon: +49 (0)681-9300-373
E-Mail: Simon.Blum@leibniz-inm.de
Technische Mitarbeiterin
Telefon: +49 (0)681-9300-211
E-Mail: anja.colbus@leibniz-inm.de
Doktorand
Telefon: +49 (0)681-9300-370
E-Mail: yannic.curto@leibniz-inm.de
Gastwissenschaftler/in
Telefon: +49 (0)681-9300-342
E-Mail: muamer.dervisevic@leibniz-inm.de
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon: +49 (0)681-9300-411
E-Mail: Siham.Ez-Zahraoui@leibniz-inm.de
Wissenschaftliche Hilfskraft
Telefon: +49 (0)681-9300-486
E-Mail: leon.germann@leibniz-inm.de
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon: +49 (0)681-9300-137
E-Mail: gisela.heppe@leibniz-inm.de
Doktorandin
Telefon: +49 (0)681-9300-145
E-Mail: tzu-lin.ho@leibniz-inm.de
Wissenschaftliche Hilfskraft
Telefon: +49 (0)681-9300-108/251
E-Mail: aleyna.ilgezdi@leibniz-inm.de
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon: +49 (0)681-9300-210
E-Mail: pamela.kalmes@leibniz-inm.de
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: +49 (0)681-9300-319
E-Mail: thomas.kister@leibniz-inm.de
Leiter Strukturbildung
Telefon: +49 (0)681-9300-389
E-Mail: Tobias.Kraus@leibniz-inm.de
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: +49 (0)681-9300-331
E-Mail: makara.lay@leibniz-inm.de
Doktorandin
Telefon: +49 (0)681-9300-370
E-Mail: lingyu.liu@leibniz-inm.de
Wissenschaftliche Hilfskraft
Telefon: +49 (0)681-9300-108/251
E-Mail: lane.magid@leibniz-inm.de
Wissenschaftliche Hilfskraft
Telefon: +49 (0)681-9300-108/251
E-Mail: camila.briones@leibniz-inm.de
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon: +49 (0)681-9300-453
E-Mail: maedeh.najafi@leibniz-inm.de
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: +49 (0)681-9300-310
E-Mail: albenc.nexha@leibniz-inm.de
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: +49 (0)681-9300-437
E-Mail: Bart-Jan.Niebuur@leibniz-inm.de
Azubi Chemielaborant/in
Telefon: +49 (0)681-9300-181
E-Mail: josef.nikkheslat@leibniz-inm.de
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: +49 (0)681-9300-232
E-Mail: bernd.reinhard@leibniz-inm.de
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: +49 (0)681-9300-337
E-Mail: peter.rogin@leibniz-inm.de
Wissenschaftliche Hilfskraft
Telefon: +49 (0)681-9300-108/251
E-Mail: ayesha.sarwar@leibniz-inm.de
Doktorand
Telefon: +49 (0)681-9300-341
E-Mail: dominik.schmidt@leibniz-inm.de
Doktorand
Telefon: +49 (0)681-9300-341
E-Mail: rustam.shnigirev@leibniz-inm.de
Gastdoktorand/in
Telefon: +49 (0)681-9300-416
E-Mail: caterina.tortorici@leibniz-inm.de
Doktorand
Telefon: +49 (0)681-9300-145
E-Mail: piyush.uniyal@leibniz-inm.de
Technischer Mitarbeiter
Telefon: +49 (0)681-9300-331
E-Mail: andreas.weyand@leibniz-inm.de
Doktorandin
Telefon: +49 (0)681-9300-416
E-Mail: wenxin.yang@leibniz-inm.de
Kooperationen

INM Fellow-Projekt mit Prof. Nico Voelcker, Monash University in Melbourne

Ziel dieses Projektes ist es, eine Kooperation zwischen dem INM und dem Melbourne Center for Nanofabrication (MCN) zu Materialien für die responsive Freisetzung zu schaffen.

Schematische Grafik zu responsiven Freisetzungsmaterialien: Metallnanopartikel, Wirkstoffmoleküle und poröse Siliziumträger werden zu Nanomaterialien für mehrstufige Wirkstoffabgabe und photothermische Therapie gegen Krebszellen kombiniert.

Nanomaterialien können den Transport von Wirkstoffen zu erkranktem Gewebe oder Zellen verbessern, beispielsweise wenn ihre Größe und Form die Aufnahme in Zellen erleichtern, oder aufgrund ihrer großen spezifischen Oberfläche. Hier verbinden wir dieses Prinzip mit der Fähigkeit von Gold-Nanopartikeln, aus der Ferne elektromagnetisch beheizt zu werden. Die entstehende Wärme kann genutzt werden, um Krankheitserreger oder Krebszellen zu töten oder sie für konventionelle Wirkstoffe empfänglicher zu machen. Gold-Nanopartikel sollen in größere Silizium-Partikel eingebettet werden, um mehrstufige Systeme für den Wirkstofftransport zu schaffen. In dem Projekt wird auf das sich ergänzende Know-how des INM in „bottom-up“ Materialsynthese und des Melbourne Center for Nanofabrication, das herausragende Methoden zur Nanostrukturierung zur Verfügung stellt, zurückgegriffen.

Laufende Projekte

3D-ConAn: Quantitative Analyse der 3D-Struktur leitfähiger Netzwerke in Kompositen

Dominik Perius: Local Conductive Paths – Conductive networks in silver particle-based composites

In diesem Projekt stellen wir dehnbare, leitfähige Komposite basierend auf Silberpartikel her. Die Partikel sind in einer Elastomermatrix dispergiert. Oberhalb der Perkolationsgrenze wird das Material leitfähig, da ein langreichweitiges Netzwerk sich ausbildet. Wir untersuchen die 3D Struktur des ausgebildeten Netzwerks mittels Focused Ion Beam – Scanning Electron Microscopy (FIB-SEM) Tomographie und korrelieren mikroskopische Netzwerkparameter mit makroskopischer Leitfähigkeit des Materials. Weiterhin werden elektromechanische Zug/Druck-Versuche durchgeführt und die Netzwerkstruktur mit dynamischem Materialverhalten korreliert. Als Modellmaterial verwenden wir kugelförmige Silberpartikel in einer Polydimethylsiloxan (PDMS) Matrix.

Dreidimensionale Rekonstruktion vieler dicht gepackter Partikel in einem Komposit; einzelne Partikel sind farblich getrennt dargestellt, um ihre Verteilung und Form im Material sichtbar zu machen.

SensIC: Dehnbare elektronische Materialien für Produkt-integrierte gedruckte Sensoren

Makara Lay & Thomas Kister: SensIC

In diesem Projekt entwickelt das INM neue Materialien für druckbare Temperatursensoren und deren mechanisch flexiblen Anschluss. Tinten und Pasten für Tintenstrahl- und Siebdrucktechnologien werden auf der Grundlage von Mischungen aus molekularen, nanoskaligen und mikroskaligen Komponenten hergestellt, die funktionelle Strukturen bilden und wenig oder kein Sintern erfordern. Die molekulare Natur der internen Grenzflächen wird untersucht und modifiziert, um zuverlässiges Verhalten auch bei zyklischer mechanischer Belastung zu gewährleisten. Die enge Zusammenarbeit mit den Partnern Continental und KIT garantiert die Kompatibilität der Materialien zu relevanten Verarbeitungsverfahren. Darüber hinaus untersucht das INM in Zusammenarbeit mit dem Partner Polysecure Verkapselungsmaterialien, die Manipulationssicherheit und eindeutige Identifizierbarkeit der Bauteile ermöglichen.

Schematische Grafik eines dehnbaren gedruckten Leiters: Aus leitfähiger Tinte mit Carbon Black, Silberpartikeln und PDMS wird per Siebdruck eine Struktur hergestellt, die sich unter Zug zu einem dehnbaren Leiter verformt.

AdRecBat: Recylierbarkeit durch gezielte Materialgestaltung von Lithium-Ionen-Batterien

Bettina Zimmer & Qijun Xie: AdRecBat

Angesichts des steigenden Bedarfs an Lithium-Ionen-Batterien (LIBs) und der begrenzten Verfügbarkeit wichtiger Rohmaterialien werden dringend effiziente und nachhaltige Recyclingkonzepte benötigt. Beim traditionellen (indirekten) Recycling von LIBs werden ganze Batteriemodule thermisch zersetzt oder geschreddert und anschließend pyro- oder hydrometallurgisch prozessiert. Dies ist mit großem Energie- und/oder Chemikalienaufwand verbunden, und einige Verbindungen (z. B. kathodisches Aktivmaterial) bzw. Elemente (Lithium im Fall von Pyrometallurgie) können nicht rückgewonnen werden.

Im AdRecBat (additiv-basiertes ‚Design for Recycling‘ von Lithium-Ionen-Batterien) entwickeln wir einen direkten Recyclingprozess zur direkten Rückgewinnung der Aktivmaterialien: Batteriekomponenten werden nicht zerstört, sondern gezielt voneinander getrennt mithilfe sog. Triggeradditive. Letztere werden derart gestaltet und in die Batterie integriert, dass

  • sie durch externe Stimuli (z. B. Temperatur, pH) die Trennung an drei Schlüsselstellen der Batterie veranlassen: (1) Siegelnaht der Pouchfolie, (2) Grenzfläche Stromableiter – Elektrode und (3) Grenzfläche Aktivmaterial – Binder.
  • Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Batterie gewährleistet sind.

Wir arbeiten mit dem Fraunhofer-Institut für Silikatforschung in Würzburg (ISC) und mit der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen (FAU) zusammen. Am INM synthetisieren bzw. prozessieren wir Triggeradditive (z. B. Blähmittel, Tenside) zur Ablösung der Elektrode von der Stromableiterfolie (Grenzfläche 2) und zur Deagglomeration des Elektrodenmaterials (Grenzfläche 3).

Schematische Grafik zu einem Design-for-Recycling-Konzept für Batterien: Triggeradditive werden an drei Trennstellen in der Batterie eingebaut, um Komponenten gezielt durch äußere Reize wie Magnetfeld, Temperatur oder pH-Änderung voneinander zu lösen und direkt recycelbare Materialien zu gewinnen.

StableInK: Stabilisierungsmechanismen unpolarer Metall-Nanopartikel

Tobias Knapp – StableInK: Stabilisierungsmechanismen von unpolaren Metallkolloiden mit dünnen organischen Hüllen

Metallkolloide wie Gold-Nanopartikel können als Baustein für eine Vielzahl an Anwendungen (wie druckbare Elektronik oder Sensorik) verwendet werden. Das Hauptproblem ist die geringe Stabilität der Tinten, die dazu führt, dass die während der Lagerung Partikel ausfallen (Agglomeration). Im Rahmen des Projekts sollen die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Komponenten (Hülle, Lösemittel) untersucht werden, um die zugrundeliegenden Stabilisierungsmechanismen zu verstehen. Im Rahmen des Projekts sollen Model-Systemen für die kolloidale Stabilität von unpolaren Nanopartikel-Dispersionen entwickelt werden.

Schematische Darstellung der Agglomeration von Nanopartikeln: zunächst einzeln verteilte Partikel lagern sich zu Clustern und größeren Aggregaten zusammen.

LT-PhotoInk: Nanopartikeltinten für leicht sinternde gedruckte Elektronik

Gisela Heppe – LT-PhotoInk: Ag-Nanopartikeltinten für das photonische Sintern Inkjet-gedruckter Strukturen auf Substraten mit geringer thermischer Beständigkeit

Ziel des Projektes ist die Materialentwicklung für die Herstellung von Elektronik, die per Inkjet auf temperaturempfindlichere, aber dafür kostengünstige Trägermaterialien gedruckt werden kann. Damit kommen auch Trägermaterialien in den Focus, die flexibel oder transparent sind und damit die Erschließung neuer Anwendungsgebiete ermöglicht. Dies gelingt über einen Photo-Sinterprozess, der bei niedrigen Temperaturen durchführbar ist, was eine spezielle Ink-Jet Tinte erforderlich macht. Diese besteht aus Silber- Nanopartikeln. Um eine Photo-Sinterung der Tinte bei niedrigen Temperaturen zu erreichen, muss unter anderem die Partikeloberfläche mit geeigneten Liganden belegt werden. Dies führt bei den gewählten Sinterbedingungen zu einer Destabilisierung der Dispersion, wodurch möglichst viele leitfähige Kontaktpfade zwischen den Silber-Nanopartikeln entstehen können. Darüber hinaus werden Nanopartikel bestimmter Form und Größe kombiniert, um die Energieaufnahme im Sinterprozess zu optimieren. Ziel ist es, mit den auf diese Weise gedruckten Leiterbahnen die Leitfähigkeit von reinem Silber zu erreichen.

Inkjet gedruckte Elektronik auf temperaturempfindliche Materialien z.B. Papier

Flexible Elektronik

CompoAge: Alterungsmechanismen von Polyurethan-Nanokompositen

Es ist bekannt, dass die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Komposit-Materialien durch Nanopartikel beeinflusst werden. In diesem Projekt soll daher der Einfluss des Nanopartikel-Gehaltes auf das Alterungsverhalten von Polyurethan-basierten Kompositen untersucht werden. Dazu wird die Polyurethan-Matrix mit verschiedenen Gehalten an SiO2-Nanopartikeln (0-30 Gew.%) modifiziert. Da die Dispergierung der Nanopartikel in der Matrix die Materialeigenschaften beeinflusst, werden Ultramikrotom-Schnitte der modifizierten Komposite angefertigt und diese mittels Transmissionselektronen-Mikroskopie (TEM) untersucht. Um die Alterung des Komposit-Materials zu simulieren, werden die modifizierten Komposite bei Raumtemperatur in einer 20%ige KOH-Lösung eingelagert. Der Einfluss der SiO2-Nanopartikel auf die Alterung wird anschließend anhand der mechanischen (Bestimmung der Zugfestigkeit und des E-Moduls mittels Zugversuche sowie Bestimmung der Mikrohärte) und der thermomechanischen Eigenschaften (Bestimmung der Glasübergangstemperatur – Tg und des E-Moduls mittels Dynamisch-mechanischer Analyse – DMA sowie Dynamischer Differenzkalorimetrie – DSC) untersucht. Mögliche chemische Veränderungen an den Kompositen werden mittels IR-Spektroskopie nachgewiesen.

PALS: Plasmonisch aktivierte lebende Materialien

Selim Basaran – Infrared-activable Engineered Living Materials

Engineered Living Materials (ELMs) sind fortschrittliche Materialen, die gentechnisch veränderte lebende Organismen eine Matrix integriert. Diese Materialien sind so konzipiert, dass sie biologische Funktionalitäten wie die Reaktionsfähigkeit auf Umweltreize zur Produktion von z.B. Proteinen oder Medikamenten aufweisen. Durch die Integration von Goldnanostäbchen in ELMs gestalten wir IR-sensitive Engineered Living Materials für die Medizin, die durch plasmonische NIR-Lichtstimulation schnell 39°C-44°C erreichen können, um die Produktion von Proteinen oder Antibiotika zu induzieren. Das Temperaturprofil wird durch eine Kombination aus IR-Thermografie und Thermoelementen kontrolliert. Die Protein- und Medikamentenproduktion wird als Funktion der plasmonischen Stimulation durch Goldnanostäbchen mittels ex situ Fluoreszenzmikroskopie und ESI-MS quantifiziert.

Schematische Darstellung eines ferngesteuerten lebenden Materials mit Hydrogel-Hülle und biologisch aktivem Kern; Infrarotlicht erwärmt das Material und löst die Produktion von Proteinen aus.
BROADCAST: Dehnbare Leiter für dielektrische Aktuatoren in weichen Robotern

Lingyu Liu– Biomimetic robots autonomously driven by dielectric elastomers

Im Vergleich zu herkömmlichen Robotern bestehen weiche Roboter in der Regel aus weichen, auf Stimuli reagierenden Materialien, die ihnen eine gute Anpassungsfähigkeit und Nachgiebigkeit verleihen und eine Interaktion mit der Umgebung ermöglichen. Dazu gehören dielektrische Elastomere (DEs) und multifunktionale DEs mit bio-inspirierten Kontrollstrategien können autonome Peristaltik, Fortbewegung und ähnliches Verhalten erreichen. Heutzutage wird die Verbesserung von Soft-Robotern durch einen Mangel an Materialien für solche Schaltkreise und fehlende Regeln für das Design behindert. In diesem Projekt arbeiten wir mit Ingenieuren der Soft-Robotik zusammen, um neuartige, autonom laufende elektromechanische, weiche, leitfähige Materialien für den Antrieb weicher biomimetischer Robotersysteme zu untersuchen und das komplexe elektromechanische Verhalten dieser Strukturen vorherzusagen.

Schematische Darstellung eines weichen Roboterarms, der eine Tomate greift; darunter sind Carbon Black und Graphenflocken als leitfähige Materialbestandteile gezeigt.
StableWires: Ligandenhüllen und die Formstabilität ultradünner Nanodrähte

Yannic Curto: Project Stable Wires

Formstabilität ist eine große Einschränkung für ultradünne Nanodrähte und deren Anwendungen. Denn ein dünner Draht kann aufgrund eines Phänomens, das Rayleigh-Plateau-Instabilität genannt wird, in Kugeln zerfallen. Es ist heute noch nicht möglich, genau vorherzusagen, welche Nanodrähte unter welchen Bedingungen strukturell stabil bleiben. Es ist jedoch bekannt, dass die strukturelle Stabilität von ultradünnen Nanodrähten sowohl von der Oberflächenchemie als auch von der Festkörperstruktur abhängt. Liganden spielen eine Schlüsselrolle bei der Bildung von hochgradig anisotropen Nanodrähten, und dieselben Liganden tragen zur strukturellen Stabilität bei. Wir untersuchen die strukturelle Stabilität von chemisch synthetisierten, ultradünnen Nanodrähten, um die Rolle des festen Kernmaterials und der molekularen Ligandenhülle für die Drahtstabilität zu ermitteln. Daher synthetisieren wir verschiedene Metall- und Halbleiter-Nanodrähte mit sehr ähnlichen Kerndurchmessern unter 10 nm und mit unterschiedlichen Ligandenhüllen.

Schematische Darstellung eines ultradünnen Nanodrahts mit metallischem oder halbleitendem Kern und Ligandenhülle; hervorgehoben sind Einflussfaktoren auf die Stabilität wie Hüllchemie, Dichte der Liganden, Lösungsmittelumgebung, Bündelung und Temperatur.
InPrint-HyPoCo: Inkjet-Druckbare Hybride Partikel-Polymer-Komposite

Michael Klos: Mechanisch robuste, sinterfreie leitfähige Partikel-Polymer-Nanokomposite

Die schnelle und kostengünstige Herstellung von leitfähigen Elektroden und elektrisch leitfähigen Strukturen wird gerade für RFID Sensoren oder „Smart-Packaging“ interessant. Um Material zu sparen können mit einem Tintenstrahldrucken dünne Schichten auf verschiedene Substrate gedruckt werden. Diese sind jedoch häufig empfindlich gegenüber mechanischer Deformation oder haften schlecht am Substrat. Außerdem limitiert die häufig thermische Nachbehandlung die Anwendung.

In diesem Projekt untersuchen wir die mechanischen Eigenschaften, sowie die Adhäsion von Tintenstrahlgedruckten Linien, der von uns entwickelten hybriden sinterfreien Goldnanopartikeltinte. Wir stellen Nanokomposite aus den PEDOT:PSS stabilisierten Goldnanopartikel und verschiedenen nicht leitfähigen Polyvinylalkoholen her. Wir untersuchen den Einfluss verschiedener Molekulargewichte und Grade der Hydrolysierung der Polyvinylalkohole auf die mechanischen Eigenschaften und die Leitfähigkeit.

Infografik zu sinterfreien leitfähigen Nanokompositen: links eine Tintenprobe im Fläschchen, oben ein Schema aus leitfähigen Goldnanopartikeln und leitfähigem Polymer, unten Mikroskopiebilder gedruckter Linien mit und ohne PVA; mit PVA wirkt die Struktur gleichmäßiger.
DigiBatMat: Eine digitale Plattform für Batteriematerial-Daten

Andriy Taranovskyy & Lisa Beran: DigiBatMat

Das Projekt DigiBatMat ist Teil der bundesweiten Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) – Plattform MaterialDigital, die darauf abzielt, Materialien und die Veränderung ihrer Eigenschaften während der technologischen Produktionsprozesse zu digitalisieren.  Im Rahmen dieses Projekts wurde eine digitale Plattform für den Batterieproduktionsprozess entwickelt, die Schritte (Rohstoffmischung, Elektrodenkalendierung, Zellmontage etc.) und Elemente (Rohstoffe, Zwischenprodukte, Elektroden, Zellen etc.) enthält. Die Struktur wird mit heterogenen Referenzdaten zu den Parametern des Produktionsprozesses sowie den Eigenschaften der Batteriematerialien gefüllt, die aus verschiedenen Analysemethoden abgeleitet wurden, die auf verschiedenen Stufen der Produktionskette an den Produkten durchgeführt wurden. Alle sind in der Datenbank entsprechend ihrer Position in der gesamten Prozesskette verknüpft.  Neben der Strukturierung der Daten wird die Plattform zusätzliche Funktionen für die datengesteuerte Forschung enthalten, wie z. B. Korrelationsanalyse und maschinelles Lernen. Am INM untersuchen wir die umfassenden Auswirkungen der Eigenschaften leitfähiger Additive (Morphologie, Oberflächenchemie) zusammen mit der Mischgeschwindigkeit während des Dispersionsschritts, die sich auf die Partikelgrößenverteilung auswirkt, auf die Leitfähigkeit von Batterieelektroden und die elektrochemische Leistung von Vollzellen. Repräsentative Daten von verschiedenen Charakterisierungsmethoden, einschließlich (Elektro-)Rheologie, Tomographie, Boehm-Titration, Lichtmikroskopie, SAXS und mehr, werden gesammelt, analysiert und in die digitale Plattform hochgeladen. Diese Forschung erfolgt in Zusammenarbeit mit unseren Partnern vom Institut für Partikeltechnik (iPAT), dem Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF), der Hochschule Aalen, AWS – Institut für digitale Produkte und Prozesse gGmbH und ist im Kompetenzcluster ProZell beim Projektträger Jülich angesiedelt.

Flussdiagramm zur Herstellung von Batteriekathoden und zugehörigen Charakterisierungsmethoden: Dargestellt sind die Prozessschritte von Rohstoffen über Mischen, Slurry, Beschichtung und Kalanderung bis zur Elektrode sowie begleitende Messdaten und Mikroskopiebilder zu Mischgeschwindigkeit, Partikelgröße, Flächenkapazität, Dichte und Mikrostruktur
GreenPaste: Recyclierbare, niedrig sinternde Silber-Pasten für nachhaltige gedruckte Elektronik

David van Impelen: Siebdruck von Silberpasten für nachhaltige gedruckte Elektronik

Eine Möglichkeit, elektronische Bauteile und Schaltkreise herzustellen, ist der Einsatz von Drucktechniken. Zu den Vorteilen dieser Technik gehören die große Auswahl an Substraten, die Flexibilität und die Erleichterung des Recyclings der Komponenten. In diesem Projekt drucken wir Pasten, die Silbermikropartikel enthalten, mit einer Technik namens Siebdruck. Um die Leitfähigkeit zu erhöhen, erhitzen wir die Drucke, um das Sintern der Silbermikropartikel einzuleiten. Das Sintern ist ein diffusionsbasierter Prozess, der zu einer Verbindung der Silberpartikel untereinander führt, was eine höhere Leitfähigkeit der gedruckten Partikelschicht zur Folge hat. Bei welchen Temperaturen dieser Sinterprozess ausgelöst wird, hängt von der Größe, der Form und der Chemie der Silberpartikel ab.

Schematische Kreislaufgrafik zur nachhaltigen Herstellung und Wiederverwertung siebgedruckter Silberpasten: Silberpartikel werden mit Lösungsmittel zu einer Paste verarbeitet, auf ein Substrat gedruckt und getrocknet, anschließend gesintert, vom Substrat getrennt, per Ultraschall dispergiert und wieder zu einer neuen Paste aufbereitet.
ARNIM II: Dynamik und Struktur agglomerierender Nanopartikel in Mikrogravitation

Bart-Jan Niebuur: ARNIM-II: Dynamik und Struktur agglomerierender Nanopartikel in Mikrogravitation

Die Selbstassemblierung von Nanopartikel-Superstrukturen ermöglicht die Herstellung von Materialien mit genau definierten Geometrien und somitelektrischen und optischen Eigenschaften. Dies ist für Werkstoffe sehr interessant: Elektrisch leitende metallische Nanopartikel können beispielsweise in einer isolierenden Matrix angeordnet werden, um die Leitfähigkeit zu maximieren oder minimieren, je nachdem, ob ein Dielektrikum oder ein elektrisch leitfähiges Material benötigt wird. Leider wird dieser Prozess durch die Schwerkraft behindert: Größere Anordnungen von metallischen Nanopartikeln sind zwar sehr filigran, aber schwer genug, um durch ihr Eigengewicht zerrissen zu werden, so dass beispielsweise die Verbindungsfähigkeit und damit die Leitfähigkeit verloren geht.

Vier aufeinanderfolgende Aufnahmen eines Raketenstarts: Eine Rakete hebt von einer Startanlage ab und steigt mit Flammen und Rauch in den Himmel auf.

Copyright: DLR

Das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geförderte Projekt ARNIM-II geht der Frage nach, wie die Schwerkraft die Selbstorganisation von metallischen Nanopartikeln beeinflusst. Dazu wird ein Versuchsaufbau entwickelt, der die strukturellen Eigenschaften von Dispersionen auf Längenskalen von 50 Nanometern bis zu Millimetern untersucht und drei verschiedene optische Versuchsmethoden kombiniert, die für Flüge auf Höhenforschungsraketen geeignet sind. An Bord einer Höhenforschungsrakete des MAPHEUS-Programms des DLR (Apogäum ~250 km, was ca. 6 min Schwerelosigkeit ermöglicht) untersuchen wir die Agglomeration von Gold-Nanopartikeln. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, neue Strategien für Bottom-up-Produktionsmethoden für funktionale Materialien zu entwickeln.

ReIn-E: Recyclebare integrierte Elektronik

Unsere ökologische Verantwortung sowie die Vorschriften der Europäischen Union und der nationalen Regierungen erfordern ein höheres Maß an Recycling von Elektronik. Polymer-integrierte Elektronik kann die Menge der verwendeten Materialien reduzieren, ihre Integration macht aber die Rückgewinnung von Materialien (Metalle und Polymere) schwieriger als bei herkömmlicher Elektronik. Dies stellt ein ernstzunehmendes Risiko für die Innovation dar, das durch gut durchdachte Materialauswahl und Designanpassung verringert werden kann. Zu diesem Zweck testet ReIn-E neue Materialien als „Trennschichten“ ein und testet und optimiert Designs, die Zuverlässigkeit, Leistung und Marktkompatibilität sicherstellen. Wir erarbeiten einen „Best Practice“-Modellzyklus von der Herstellung der Pasten über den Druck und die Formgebung bis zur Metallrückgewinnung.

I-Seed

I-Seed: Verteilte Umweltanalytik mit Sensormaterialien in weichen Robotern

I-Seed vereint bioinspirierte weiche Robotik, Materialwissenschaften und Umweltwissenschaften mit dem Ziel, eine neue Generation von sich selbst ausbringenden und biologisch abbaubaren weichen Minirobotern zu entwickeln, die das Verhalten von Pflanzensamen imitieren. Die Roboter, die aus künstlichen Samen-Strukturen und Sensormaterialien bestehen, sollen In-situ-Umweltparameter in der Luft und im Boden überwachen, z. B. Schadstoffbelastung, Feuchtigkeit, CO2-Gehalt, Temperatur und Wasserqualität. Im Rahmen dieses Projekts entwickeln wir fluoreszierende Sensormaterialien, deren optische Eigenschaften von Umweltfaktoren abhängig sind. Bei der Auswahl der fluoreszierenden Materialien wird auf deren Abbaubarkeit und Umweltverträglichkeit geachtet.

Schematische Darstellung eines verteilten Umweltsensorsystems: Eine Drohne ortet samenähnliche weiche Miniroboter am Boden mit LiDAR und Laser, regt fluoreszierende Sensormaterialien an und erfasst das ausgesendete Licht zur Analyse von Umweltparametern. Rechts ist die Ausbringung der Miniroboter durch die Luft dargestellt.
ARNIM: Agglomeration von Nanopartikeln bei Mikrogravitation

Moderne Methoden der „Selbstanordnung“ erlauben es uns, aus Nanopartikeln auch größere Strukturen herzustellen, deren Geometrie zu einem gewissen Grad definiert ist. Das ist für Materialien sehr interessant: Zum Beispiel lassen sich so elektrisch leitfähige Metall-Nanopartikel in einer isolierenden Matrix anordnen, um die Leitfähigkeit zu maximieren oder zu minimieren, je nachdem, ob man ein Dielektrikum oder einen elektrischen Leiter benötigt.
Leider kommt dabei die Schwerkraft in die Quere: Größere Anordnungen von Metallpartikeln sind sehr filigran, aber schwer genug, um von ihrem eigenen Gewicht zerrissen zu werden, so dass beispielsweise die Konnektivität und damit Leitfähigkeit verloren geht. In Projekt ARNIM untersuchen wir mit Unterstützung des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt (DLR), ob man das durch Ausschalten der Schwerkraft verhindern kann. Dazu nutzen wir zunächst einen Fallturm (ZARM in Bremen) und „werfen“ Agglomerations-Experimente so, dass die Schwerkraft für wenige Sekunden aufgehoben wird. In Zukunft sind auch Experimente an Bord von Raketen oder der internationalen Raumstation geplant, die längere Agglomerationsversuche erlauben.
Stellt sich heraus, dass die Agglomerate tatsächlich von ihrem Gewicht zerstört werden, müssen wir sie verstärken – zum Beispiel durch Nutzung von Nanodrähten. Es könnte aber auch sein, dass es gar nicht die Schwerkraft ist, sondern Details des Agglomerationsprozesses. Diese Fragen stehen deshalb im Zentrum des Projektes.

AggloSense: Mechanische Verformung mit leitfähigen Nanokompositen messen

Normalerweise benutzt man Komposite aus Elastomeren und leitfähigen Kohlenstoffpartikeln, wenn das Material leitfähig sein und bleiben soll. So werden beispielsweise antistatische Schuhsohlen oder Dichtungen hergestellt. Im DFG-geförderten Projekt AggloSense dagegen wollen wir das Gegenteil erreichen: maximale Änderung der elektrischen Leitfähigkeit bei Verformung.
Dazu untersuchen wir in Kooperation mit Professor Tanja Schilling von der Universität Freiburg, wovon die Leitfähigkeit solcher Komposite überhaupt abhängt. Kohlenstoffpartikel (sogenanntes „Carbon Black“) sind tatsächlich keine Kugeln, sondern sehr komplex geformte Agglomerate mit oft fraktaler Struktur. Im Material berühren sie sich auf schwer vorherzusagende Weise. Durch den Vergleich der Struktur gezielt hergestellter Materialien mit simulierten Anordnungen und Messungen der Leitfähigkeit mit und ohne Verformung wollen wir herausfinden, wie man die Änderung der Leitfähigkeit groß machen kann.

Confelcon: Konforme elektrische Kontakte
Schematische Darstellung anpassungsfähiger elektrischer Kontakte: Eine flexible Kontaktstruktur liegt auf einer unebenen Oberfläche auf und wird mit Kraft angedrückt; darunter zeigen drei Detailansichten verschiedene leitfähige Materialkonzepte auf Basis von Carbon Black und CNTs, Metalldrähten sowie Metalldrähten mit leitfähigem Polymer.

Die Verknüpfung von biologischen Objekten mit elektronischen Geräten erfordert weiche elektrische Kontakte. Wir entwickeln und fabrizieren mikrostrukturierte adhäsive Kontaktelemente aus elektrisch leitfähigen Materialien. Eine genaue Charakterisierung dieser Elemente zeigt die Verbindung von adhäsiven und elektrischen Eigenschaften auf. Außerdem erforschen wir Anwendungen der Elemente als elektrisch schaltbare mechanische Kontakte.

ActiN: Aktive Nanokomposite

Eingebettete Nanopartikel verleihen heutigen Nanokompositen nützliche Eigenschaften wie Farbe, Festigkeit oder hohen Brechungsindex. Ihre Anordnung beeinflusst diese Eigenschaften, verändert sich aber für gewöhnlich nach der Herstellung nicht, weil die Partikel zu stark in die Matrix eingebunden sind. Wir erforschen Nanokomposite, in denen sich metallische Nanopartikel bewegen und die sich auf einen Stimulus reorganisieren können. Dadurch ändert sich beispielsweise die Farbe des Komposits. In diesem Projekt stellen wir Modell-Partikel her und untersuchen, wie sie so eingebunden werden können, dass sie eine gewisse Mobilität erhalten.

Schematische Darstellung eines Hydrogel-Komposits mit Alkantropfen und eingebetteten Goldnanopartikeln: Ein äußerer Reiz verändert die Anordnung der Partikel in den Tropfen, wodurch sich die Farbe des Materials beim Heizen und Kühlen ändert.
IMPROVe-STEM: Neue Materialien für die Vermehrung von Stammzellen

Dieses interdisziplinäre Projekt zielt auf die skalierbare Gewinnung mesenchymaler Stammzellen mithilfe neuer Trägermaterialien für ihre Vermehrung ab. Im Zusammenarbeit mit Zellbiologen, Biochemikern, Chemikern und Materialwissenschaftlern modifizieren wir die Oberflächen von Mikrokugeln so, dass die Zellhaftung verbessert wird, das Zellwachstum gefördert wird und die Zellen sich leicht von den Mikrokugeln ablösen können. Der materialorientierte Teil des Projektes erfordert die Oberflächencharakterisierung von Partikeln mit Durchmessern von etwa 100 µm und ihre anschließende Modifizierung mit Methoden wie Polymeraufpfropfen, Plasmaaktivierung und Veränderungen von Oberflächenrauheit und Ladung. Das Projekt wird vom „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ INTERREG gefördert.

Logo Interreg
Mikroskopische Aufnahme von drei runden Mikrokugeln; die mittlere Kugel wird von rechts mit einer feinen Spitze berührt.
Logos mehrerer Forschungseinrichtungen und Universitäten, darunter LRGP, CNRS, Universität Kaiserslautern, Universität Lüttich, Université de Lorraine und LIST
HYBDI: Hybride Dielektrische Schichten

Für gedruckte Elektronik sind neben leitfähigen Schichten auch dielektrische Schichten, z.B. für Kondensatorelemente, notwendig. Reine Polymerschichten weisen eine begrenzte Polarisationsfähigkeit im elektrischen Feld und somit eine relativ geringe dielektrische Konstante auf. Wir untersuchen hybride Schichten aus Gold-Nanopartikeln, die durch isolierende Liganden voneinander getrennt sind. Hier soll zum einen die Polarisationsfähigkeit des Hybridsmaterials und die dielektrische Konstante der Schicht durch die metallischen Partikel erhöht werden, zum andern ein Ladungstransport zwischen den Nanopartikeln und das Versagen der dielektrischen Schicht verhindert werden.

Schematische Darstellung einer hybriden dielektrischen Schicht mit Gold-Nanopartikeln zwischen oberem Goldkontakt und unterer Aluminiumelektrode auf Silizium; rechts ist ein Messaufbau zur Impedanzspektroskopie mit zwei Elektroden auf einer beschichteten Probe gezeigt.

Abgeschlossene Projekte

IGLU: Inkjet-Druck von RFID-Antennen auf Papier mit Hybridtinten

Im Projekt NanoSpekt haben wir sinterfreie Hybrid-Tinten entwickelt, mit denen wir elektrische Leiter ohne Sintern auf empfindliche Oberflächen aufbringen können – auch auf Papier und Karton. In diesem Projekt erforschen wir in Kooperation mit der Papiertechnischen Stiftung (PTS), wie man diese Materialien verwenden kann, um RFID-Antennen für die berührungslose Identifikation von Verpackungen direkt auf Karton zu drucken.
Papier und Karton sind sehr wichtige, aber auch anspruchsvolle Substrate: Ihre Oberfläche ist porös, und beim Drucken dringt die Tinte ein, so dass die elektrische Leitung erschwert wird. Außerdem beginnt sich Papier zu wellen, wenn es zu stark erhitzt wird, und Kartons werden gefaltet, wodurch leitfähige Strukturen leicht beschädigt werden können. Deshalb untersuchen wir in dieser AiF-geförderten Kooperation, wie man die Verbindung zwischen Karton und Tinte stark genug gestalten kann – und wie man damit zusätzliche Funktionen in Schachteln einbauen kann, am besten direkt beim Hersteller.

NanoSpekt: Transparente leitfähige Materialien basierend auf Nanopartikeln

Flexible und druckbare Elektronik erfordert neue Materialien. In diesem Projekt beschäftigen wir uns mit optisch transparenten Materialien für die Elektronik der Zukunft. Das BMBF-geförderte Projekt im Rahmen des NanoMatFutur-Programmes verwendet Nanopartikel mit definierten Formen und Anordnungen in Polymeren, um transparente Elektroden beispielsweise für berührungsempfindliche Bildschirme und Solarzellen zu fertigen. Chemiker, Materialwissenschaftler und ein Ingenieur arbeiten eng zusammen, um neue Materialien zu entwickeln, die mit den wohlbekannten Methoden des Nassbeschichtens und Druckens verarbeitet werden können.

Bildmontage zu transparenter flexibler Elektronik: Links wird ein biegsames, transparentes Bauteil zwischen Klemmen gehalten, darunter sind Elektronenmikroskopie-Aufnahmen nanoskaliger leitfähiger Strukturen mit Detailvergrößerung zu sehen. Rechts hält eine behandschuhte Hand eine transparente Folie mit INM-Logo; darunter zeigt eine weitere Mikroskopie-Aufnahme ein regelmäßiges Netzwerk feiner Strukturen.

Publikationen:

SteelParticles: Kolloidale Charakterisierung von Partikeln aus Stahl

Die herausragenden mechanischen Eigenschaften sowie die außerordentlich gute Schweißbarkeit niedriglegierter Stähle ist auf Karbonitrid-Nanopartikel zurückzuführen, die in den Stählen bei der Herstellung erzeugt werden.

In Kooperation mit der Dillinger Hütte, einem saarländischen Stahlproduzenten, untersuchen wir die chemische Zusammensetzung, Morphologie und Größenverteilung der im Stahl vorliegenden Partikel.  Die Partikelcharakterisierung erfolgt mit Methoden, die wir für Kolloide entwickelt haben. Diese statistisch relevanten Methoden werden bisher in der Metallographie wenig eingesetzt.

Infografik zur Extraktion und Charakterisierung von Partikeln aus Stahl: links ein Metallblock mit dunklen Einschlüssen, in der Mitte zwei Probenröhrchen mit extrahierten Partikeln in Lösung, rechts ein Diagramm der Partikelgrößenverteilung mit Elektronenmikroskopie-Bild einzelner Nanopartikel.

Publikationen

AggloTox: Agglomeration von Nanopartikel-Protein-Mischungen

Mischungen aus Nanopartikeln und Proteinen neigen dazu, hybride Agglomerate zu bilden. Wir interessieren uns für die Agglomerationsmechanismen und die Strukturen der entstehenden Agglomerate, um ihre Rolle in der Medizin, Ökologie und den Biomaterialien besser zu verstehen.

Formation Mechanism for Stable Hybrid Clusters of Proteins and Nanoparticles (ACS)
ACS NANO, DOI: 10.1021/acsnano.5b01043

DINAFFF: Untersuchung von Nanopartikeln mittels Feld-Fluss-Fraktionierung

Mit der Feld-Fluss-Fraktionierung kann man Partikel nach Größe trennen, aber die Methode leidet oft unter Partikelverlusten durch Adsorption und Agglomeration. Dieses AiF-ZIMM-Projekt (finanziell unterstützt durch das BMWi) will solche Verluste minimieren und FFF zu einer Standard-Methode machen, um Nanopartikel in Produkten, der Umwelt und in Lebensmitteln erkennen zu können.

HOP-X: Hybride Partikel-Polymer-Röntgenbildplatten

Digitale Bildplatten für medizinisches Röntgen basieren auf Keramiken. Dieses Projekt entwickelt unterstützt vom BMBF Röntgenbildplatten, die auf einem neuen Material aus leitfähigen Polymeren und anorganischen Partikeln bestehen. Die Partikel absorbieren und wandeln Röntgenphotonen um, die leitfähigen Polymere transportieren die entstehende Ladung zu Elektroden. Der Programmbereich Strukturbildung beschäftigt sich im Projekt hauptsächlich mit der Analyse der Kompositstrukturen aus Partikeln und Polymeren, der Entstehung der Struktur bei der Herstellung und ihren Effekten auf die Leistungsfähigkeit der Bildplatten.

MobiNano: Mobilität und Wechselwirkung agglomerierender Nanopartikel

Wechselwirkungen treiben Partikel zur Agglomeration, Mobilität lässt sie diesem Antrieb folgen. Wir nutzen Fluidik und Synchrotron-Kleinwinkelstreuung (SAXS), um frühe Stadien der Agglomeration zu untersuchen. Die Ergebnisse helfen uns dabei, die Bildung von Kompositen besser zu verstehen, geben Einblick in Kristallisationsprozesse und in Phänomene der Biomineralisation.

NanoConfine: Anordnung von Partikeln in Emulsionstropfen

Nanopartikel, die in Emulsionstropfen gefangen sind, reagieren auf ihre räumliche Beschränkung je nach eingesetztem Tensid. Einige von ihnen ordnen sich in reguläre „Suprapartikel“ an, vollständig definierte Strukturen, die an Edelgaskondensate oder kleine Metallcluster erinnern. Wir untersuchen in diesem DFG-finanzierten Projekt, wie Nanopartikel miteinander und Flüssig-Flüssig-Grenzflächen wechselwirken. Tanja Schilling an der Universität Luxemburg verwendet Simulationen, um die Strukturbildung vorherzusagen und zu verstehen, wir erforschen sie experimentell.

Publikationen

2020
Ether functionalisation, ion conformation and the optimisation of macroscopic properties in ionic liquids

Philippi, Frederik | Rauber, Daniel | Kuttich, Björn | Kraus, Tobias | Kay, Christopher W. M. | Hempelmann, Rolf | Hunt, Patricia A. | Welton, Tom

DOI:

Ionic liquids are an attractive material class due to their wide liquid range, intrinsic ionic conductivity, and high chemical as well as electrochemical stability. However, the widespread use of ionic liquids is hindered by significantly higher viscosities compared to conventional molecular solvents. In this work, we show how the transport properties of ionic liquids can be altered significantly, even for isostructural ions that have the same backbone. To this end, structure–property relationships have been determined for a set of 16 systematically varied representative ionic liquids. Variations in molecular structure include ammonium vs. phosphonium, ether vs. alkyl side chains, and rigid vs. flexible anions. Ab initio calculations are used to relate molecular structures to the thermal, structural and transport properties of the ionic liquids. We find that the differences in properties of ether and alkyl functionalised ionic liquids are primarily dependent on minimum energy geometries, with the conformational flexibility of ether side chains appearing to be of secondary importance. We also show unprecedented correlations between anion conformational flexibility and transport properties. Critically, increasing fluidity upon consecutive introduction of ether side chains and phosphonium centres into the cation is found to be dependent on whether the anion is flexible or rigid. We demonstrate that targeted design of functional groups based on structure–property relationships can yield ionic liquids of exceptionally high fluidity.

DOI:

Physical Chemistry Chemical Physics ,
2020, 22 (40), 23038-23056.

OPEN ACCESS
Self-assembly of amphiphilic poly(2-hydroxyethyl methacrylate)-containing block copolymers in the vicinity of cellulose fibres

Plank, Martina | Hartmann, Frank | Kuttich, Björn | Kraus, Tobias | Gallei, Markus

DOI:

Within this work, well-defined polystyrene-block-poly(2-hydroxyethyl methacrylate) (PS-b-PHEMA) and a non-polar model block copolymer (BCP) polystyrene-block-polybutadiene (PS-b-PB) have been prepared via sequential anionic polymerization and investigated with respect to their capability of microphase separation in the presence of cellulose fibres. Both the original morphologies in the bulk state as well as the microphase-separated structures in the vicinity of cellulose fibres were investigated by scanning electron microscopy (SEM), transmission electron microscopy (TEM) and small-angle X-ray scattering (SAXS) measurements. BCP series featuring molar masses below 70 kg mol−1 and higher molar masses up to 201 kg mol−1 have been subjected to solvent-casting and subsequent thermal annealing to elucidate the microstructures in the presence or absence of cellulose fibres with defined contents of water. Besides the classical morphologies comprising spheres, cylinders and lamellae, also gyroidal and helical-domains were observed. Moreover, a significant impact on the degree of domain order and orientation was found for the PHEMA-containing BCPs based on the hydroxyl moiety interactions of the cellulose fibres and respective PHEMA block segments.

DOI:

European Polymer Journal ,
2020, 141 110059.

High-Resolution Inkjet Printing of Quantum Dot Light-Emitting Microdiode Arrays

Yang, Peihua | Zhang, Long | Kang, Dong Jin | Strahl, Robert | Kraus, Tobias

DOI:

Abstract The direct printing of microscale quantum dot light-emitting diodes (QLEDs) is a cost-effective alternative to the placement of pre-formed LEDs. The quality of printed QLEDs currently is limited by nonuniformities in droplet formation, wetting, and drying during inkjet printing. Here, optimal ink formulation which can suppress nonuniformities at the pixel and array levels is demonstrated. A solvent mixture is used to tune the ejected droplet size, ensure wetting, and provoke Marangoni flows that prevent coffee stain rings. Arrays of green QLED devices are printed at a resolution of 500 pixels in.−1 with a maximum luminance of ≈3000 cd m−2 and a peak current efficiency of 2.8 cd A−1. The resulting array quality is sufficient to print displays at state-of-the-art resolutions.

DOI:

Advanced Optical Materials ,
2020, 8 (1), 1901429_1-7.

OPEN ACCESS
Flexible Pseudocapacitive Electrochromics via Inkjet Printing of Additive-Free Tungsten Oxide Nanocrystal Ink

Zhang, Long | Chao, Dongliang | Yang, Peihua | Weber, Louis | Li, Jia | Kraus, Tobias | Fan, Hong Jin

DOI:

Abstract Direct inkjet printing of functional inks is an emerging and promising technique for the fabrication of electrochemical energy storage devices. Electrochromic energy devices combine electrochromic and energy storage functions, providing a rising and burgeoning technology for next-generation intelligent power sources. However, printing such devices has, in the past, required additives or other second phase materials in order to create inks with suitable rheological properties, which can lower printed device performance. Here, tungsten oxide nanocrystal inks are formulated without any additives for the printing of high-quality tungsten oxide thin films. This allows the assembly of novel electrochromic pseudocapacitive zinc-ion devices, which exhibit a relatively high capacity (≈260 C g−1 at 1 A g−1) with good cycling stability, a high coloration efficiency, and fast switching response. These results validate the promising features of inkjet-printed electrochromic zinc-ion energy storage devices in a wide range of applications in flexible electronic devices, energy-saving buildings, and intelligent systems.

DOI:

Advanced Energy Materials ,
2020, 10 (17), 2000142.

OPEN ACCESS
Ultrathin Homogenous AuNP Monolayers as Tunable Functional Substrates for Surface-Assisted Laser Desorption/Ionization of Small Biomolecules

Liu, Zhen | Zhang, Peng | Kister, Thomas | Kraus, Tobias | Volmer, Dietrich A.

DOI:

A series of ultrathin, homogenous gold nanoparticle (AuNP) substrates for surface-assisted laser desorption/ionization mass spectrometry (SALDI-MS) were prepared using a simple air/water interface approach. These SALDI substrates enabled soft ionization and provided significant improvements in terms of signal intensities and reduced background levels in comparison to other AuNP morphologies for different analytes such as fatty acids, peptides, amino acids, saccharides, and drugs. Through different microscopic and spectroscopic methods, we determined that the packing homogeneity of the [AuNP]n substrates played a vital role in the efficiency of the SALDI process. We demonstrated that the signal intensities of the investigated analytes were readily optimized by manipulating the thickness of the [AuNP]n substrates. The desorption/ionization efficiency increased as a function of the number of layers and then reached a saturation point. The optimized [AuNP]n substrates not only exhibited high SALDI-MS desorption/ionization efficiencies but also showed excellent reproducibilities of the analyte signals.

DOI:

Journal of The American Society for Mass Spectrometry ,
2020, 31 (1), 47-57.

2019
Gyroidal Niobium Sulfide/Carbon Hybrid Monoliths for Electrochemical Energy Storage

Fleischmann, Simon | Dörr, Tobias S. | Frank, Anna | Hieke, Stefan W. | Doblas-Jimenez, David | Scheu, Christina | Oliveira, Peter William de | Kraus, Tobias | Presser, Volker

DOI:

Abstract Transition metal dichalcogenides are attractive two-dimensional electrode materials for electrochemical energy storage devices due to their high reversible charge storage capacity. Hybridization of these materials with carbon promises enhanced performance by facilitating the access to reactive sites and extended mechanical stabilization. Herein, we introduce a NbS2/C hybrid material exhibiting a gyroidal microstructure synthesized through macromolecular co-assembly of a tailored block copolymer and an organometallic niobium precursor and subsequent sulfidation. Our synthesis allows the preparation of mechanically stable monoliths with NbS2 nanocrystals engulfed in a highly porous carbon shell. Due to the curvature of the gyroidal structure, abundant reactive sites are exposed that lead to an attractive performance in a lithium-containing electrolyte with a capacity of up to 400 mAh/g.

DOI:

Batteries & Supercaps ,
2019, 2 (8), 668-672.

Grafted polyrotaxanes as highly conductive electrolytes for lithium metal batteries

Imholt, Laura | Dörr, Tobias S. | Zhang, Peng | Ibing, Lukas | Cekic-Laskovic, Isidora | Winter, Martin | Brunklaus, Gunther

DOI:

Hyperbranched polymers comprised of polyrotaxanes as mechanically stable backbone and grafted polycaprolactone (PCL) side chains are utilized as solid polymer electrolyte for application in lithium metal (LMBs) and lithium ion batteries (LIBs). The polyrotaxanes were obtained from self-assembly of Cyclodextrin (CD) host molecules threading onto polyethylenoxide (PEO) chains. In particular, CD serves as initiator for a ring-opening-polymerization of PCL affording pendant side chains with merely a few monomer unit lengths that foster enhanced lithium ion transport, as mediated by well-defined lamellar morphology of the PCL side chains. An impressive ionic conductivity of 1 mS cm−1 of the solid polymer electrolyte at 60 °C and more than 0.1 mS cm-1 at room temperature in addition to a superior oxidative electrochemical stability of up to 4.7 V vs. Li/Li+ allows for robust galvanostatic cycling in LiFePO4|Li cells, even at reduced temperatures not accessible by commonly utilized PEO-based electrolytes. The hyperbranched polymers can be readily up-scaled and further modified, thereby demonstrating the versatility of the introduced class of solid-state polymer electrolytes, as reflected by its interfacial stability against the high-capacity Lithium metal anode.

DOI:

Journal of Power Sources ,
2019, 409 148-158.

Self-assembled block copolymer electrolytes: enabling superior ambient cationic conductivity and electrochemical stability

Pelz, Alexander | Dörr, Tobias S. | Zhang, Peng | Oliveira, Peter William de | Winter, Martin | Wiemhöfer, Hans-Dieter | Kraus, Tobias

DOI:

Block copolymers are promising materials for electrolytes in lithium metal batteries that can be tuned by changing the individual blocks to independently optimize ion transport as well as electrochemical and mechanical stability. We explored the performance of electrolytes based on modified triblock copolymers poly(isoprene)-block-poly(styrene)-block-poly(ethylene oxide). Large polyethylene oxide (PEO) blocks with a molecular mass of 53 kg mol-1 allowed only for low lithium salt loadings and led to poor ionic conductivity below 60 °C. However, we found that unusually small molecular weight of the ion solvating PEO blocks down to 2 kg mol-1 enabled polymer-in-salt loadings of up to 5:1 Li:EO. A superior total ionic conductivity greater than 1 mS cm-1 was found for optimized compositions above 0 °C with remarkably low temperature dependence in a wide range from -20 °C to 90 °C. We believe that highly ordered 2D lamellae from controlled self-assembly established a beneficial environment for ionic transport with ionic mobility decoupled from segmental polymer motion. This also explains lithium ion transference numbers as high as 0.7 were obtained for the high conductivity samples.

DOI:

Chemistry of Materials ,
2019, 31 (1), 277-285.

Determination of the Surface Facets of Gold Nanorods in Wet-Coated Thin Films with Grazing-Incidence Wide Angle X-Ray Scattering

Zhang, Peng | Rothkirch, André | Koch, Marcus | Roth, Stephan | Kraus, Tobias

DOI:

Abstract This work studies the surface facets of gold nanorods (AuNRs) in wet-coated nanoparticle thin films with synchrotron-light-based grazing-incidence wide angle X-ray scattering (GIWAXS), which provides statistically relevant results on many nanoparticles. Air-brush spraying deposits the monodisperse AuNRs into sparse monolayers where the long axis of rods is parallel to the substrate surface. It is found that the crystalline facets of individual AuNRs in the sparse monolayer are all in the same orientation, as indicated by narrow azimuthal widths of (200) reflections, over a macroscopic scale comparable to the substrate. This alignment is probably due to the rods' sitting on high-index surface facets such as (520) and (250). A quantitative analysis of the angles between bulk facets and the surface facets leads to a “nested-octagon” model for the cross sections of AuNRs: shell octagon with high-index crystalline facets (520), (5-20), (2-50), (-2-50), (-5-20), (-520), (-250), and (250), and core octagon consisting of low-index crystalline facets (100), (1-10), (0-10), (-1-10), (-100), (-110), (010), and (110).

DOI:

Particle & Particle Systems Characterization ,
2019, 36 (12), 1900323_1-6.

On the geometric stability of an inorganic nanowire and an organic ligand shell

Bettscheider, Simon | Kraus, Tobias | Fleck, Norman A.

DOI:

The break-up of a nanowire with an organic ligand shell into discrete droplets is analysed in terms of the Rayleigh-Plateau instability. Explicit account is taken of the effect of the organic ligand shell upon the energetics and kinetics of surface diffusion in the wire. Both an initial perturbation analysis and a full numerical analysis of the evolution in wire morphology are conducted, and the governing non-dimensional groups are identified. The perturbation analysis is remarkably accurate in obtaining the main features of the instability, including the pinch-off time and the resulting diameter of the droplets. It is conjectured that the surface energy of the wire and surrounding organic shell depends upon both the mean and deviatoric invariants of the curvature tensor. Such a behaviour allows for the possibility of a stable nanowire such that the Rayleigh-Plateau instability is not energetically favourable. A stability map illustrates this. Maps are also constructed for the final droplet size and pinch-off time as a function of two non-dimensional groups that characterise the energetics and kinetics of diffusion in the presence of the organic shell. These maps can guide future experimental activity on the stabilisation of nanowires by organic ligand shells.

DOI:

Journal of the Mechanics and Physics of Solids ,
2019, 123 3-19.

OPEN ACCESS