Der Programmbereich “Strukturbildung” untersucht, wie sich Moleküle, Polymere und kolloidale Partikel zu Materialien verbinden. Er untersucht die grundlegenden Mechanismen der Strukturbildung und wendet sie an, um neue Materialien aus flüssigen Vorstufen herzustellen.
Wir untersuchen dazu, wie die Eigenschaften von Komposit- und Hybridmaterialien von ihrer Mikrostruktur abhängen und wie man sie verändern kann. Dazu variieren wir systematisch Größe, Geometrie, chemische Zusammensetzung und Anordnung der Materialbestandteile. Wir beobachten, wie Mikrostruktur und innere Grenzflächen entstehen und Materialeigenschaften bestimmen. Diese Methode wenden wir zum Beispiel auf transparent leitfähige Schichten aus metallischen Nanopartikeln für die Elektronik an, stellen so Komposite leitfähiger Polymere mit optisch aktiven Partikeln für Sensoren her und gestalten Suprapartikel aus optisch aktiven Nanopartikeln. Wir suchen Partikel, aus denen sich zukünftige “aktive Nanokomposite” herstellen lassen, die mit Elektronik verbunden ihre Eigenschaften bei Bedarf verändern können.

Mitarbeiter/innen
Kooperationen
INM Fellow-Projekt mit Prof. Nico Voelcker, Monash University in Melbourne
Ziel dieses Projektes ist es, eine Kooperation zwischen dem INM und dem Melbourne Center for Nanofabrication (MCN) zu Materialien für die responsive Freisetzung zu schaffen.

Nanomaterialien können den Transport von Wirkstoffen zu erkranktem Gewebe oder Zellen verbessern, beispielsweise wenn ihre Größe und Form die Aufnahme in Zellen erleichtern, oder aufgrund ihrer großen spezifischen Oberfläche. Hier verbinden wir dieses Prinzip mit der Fähigkeit von Gold-Nanopartikeln, aus der Ferne elektromagnetisch beheizt zu werden. Die entstehende Wärme kann genutzt werden, um Krankheitserreger oder Krebszellen zu töten oder sie für konventionelle Wirkstoffe empfänglicher zu machen. Gold-Nanopartikel sollen in größere Silizium-Partikel eingebettet werden, um mehrstufige Systeme für den Wirkstofftransport zu schaffen. In dem Projekt wird auf das sich ergänzende Know-how des INM in „bottom-up“ Materialsynthese und des Melbourne Center for Nanofabrication, das herausragende Methoden zur Nanostrukturierung zur Verfügung stellt, zurückgegriffen.
Laufende Projekte
3D-ConAn: Quantitative Analyse der 3D-Struktur leitfähiger Netzwerke in Kompositen
Dominik Perius: Local Conductive Paths – Conductive networks in silver particle-based composites
In diesem Projekt stellen wir dehnbare, leitfähige Komposite basierend auf Silberpartikel her. Die Partikel sind in einer Elastomermatrix dispergiert. Oberhalb der Perkolationsgrenze wird das Material leitfähig, da ein langreichweitiges Netzwerk sich ausbildet. Wir untersuchen die 3D Struktur des ausgebildeten Netzwerks mittels Focused Ion Beam – Scanning Electron Microscopy (FIB-SEM) Tomographie und korrelieren mikroskopische Netzwerkparameter mit makroskopischer Leitfähigkeit des Materials. Weiterhin werden elektromechanische Zug/Druck-Versuche durchgeführt und die Netzwerkstruktur mit dynamischem Materialverhalten korreliert. Als Modellmaterial verwenden wir kugelförmige Silberpartikel in einer Polydimethylsiloxan (PDMS) Matrix.

SensIC: Dehnbare elektronische Materialien für Produkt-integrierte gedruckte Sensoren
Makara Lay & Thomas Kister: SensIC
In diesem Projekt entwickelt das INM neue Materialien für druckbare Temperatursensoren und deren mechanisch flexiblen Anschluss. Tinten und Pasten für Tintenstrahl- und Siebdrucktechnologien werden auf der Grundlage von Mischungen aus molekularen, nanoskaligen und mikroskaligen Komponenten hergestellt, die funktionelle Strukturen bilden und wenig oder kein Sintern erfordern. Die molekulare Natur der internen Grenzflächen wird untersucht und modifiziert, um zuverlässiges Verhalten auch bei zyklischer mechanischer Belastung zu gewährleisten. Die enge Zusammenarbeit mit den Partnern Continental und KIT garantiert die Kompatibilität der Materialien zu relevanten Verarbeitungsverfahren. Darüber hinaus untersucht das INM in Zusammenarbeit mit dem Partner Polysecure Verkapselungsmaterialien, die Manipulationssicherheit und eindeutige Identifizierbarkeit der Bauteile ermöglichen.

AdRecBat: Recylierbarkeit durch gezielte Materialgestaltung von Lithium-Ionen-Batterien
Bettina Zimmer & Qijun Xie: AdRecBat
Angesichts des steigenden Bedarfs an Lithium-Ionen-Batterien (LIBs) und der begrenzten Verfügbarkeit wichtiger Rohmaterialien werden dringend effiziente und nachhaltige Recyclingkonzepte benötigt. Beim traditionellen (indirekten) Recycling von LIBs werden ganze Batteriemodule thermisch zersetzt oder geschreddert und anschließend pyro- oder hydrometallurgisch prozessiert. Dies ist mit großem Energie- und/oder Chemikalienaufwand verbunden, und einige Verbindungen (z. B. kathodisches Aktivmaterial) bzw. Elemente (Lithium im Fall von Pyrometallurgie) können nicht rückgewonnen werden.
Im AdRecBat (additiv-basiertes ‚Design for Recycling‘ von Lithium-Ionen-Batterien) entwickeln wir einen direkten Recyclingprozess zur direkten Rückgewinnung der Aktivmaterialien: Batteriekomponenten werden nicht zerstört, sondern gezielt voneinander getrennt mithilfe sog. Triggeradditive. Letztere werden derart gestaltet und in die Batterie integriert, dass
- sie durch externe Stimuli (z. B. Temperatur, pH) die Trennung an drei Schlüsselstellen der Batterie veranlassen: (1) Siegelnaht der Pouchfolie, (2) Grenzfläche Stromableiter – Elektrode und (3) Grenzfläche Aktivmaterial – Binder.
- Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Batterie gewährleistet sind.
Wir arbeiten mit dem Fraunhofer-Institut für Silikatforschung in Würzburg (ISC) und mit der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen (FAU) zusammen. Am INM synthetisieren bzw. prozessieren wir Triggeradditive (z. B. Blähmittel, Tenside) zur Ablösung der Elektrode von der Stromableiterfolie (Grenzfläche 2) und zur Deagglomeration des Elektrodenmaterials (Grenzfläche 3).

StableInK: Stabilisierungsmechanismen unpolarer Metall-Nanopartikel
Tobias Knapp – StableInK: Stabilisierungsmechanismen von unpolaren Metallkolloiden mit dünnen organischen Hüllen
Metallkolloide wie Gold-Nanopartikel können als Baustein für eine Vielzahl an Anwendungen (wie druckbare Elektronik oder Sensorik) verwendet werden. Das Hauptproblem ist die geringe Stabilität der Tinten, die dazu führt, dass die während der Lagerung Partikel ausfallen (Agglomeration). Im Rahmen des Projekts sollen die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Komponenten (Hülle, Lösemittel) untersucht werden, um die zugrundeliegenden Stabilisierungsmechanismen zu verstehen. Im Rahmen des Projekts sollen Model-Systemen für die kolloidale Stabilität von unpolaren Nanopartikel-Dispersionen entwickelt werden.

LT-PhotoInk: Nanopartikeltinten für leicht sinternde gedruckte Elektronik
Gisela Heppe – LT-PhotoInk: Ag-Nanopartikeltinten für das photonische Sintern Inkjet-gedruckter Strukturen auf Substraten mit geringer thermischer Beständigkeit
Ziel des Projektes ist die Materialentwicklung für die Herstellung von Elektronik, die per Inkjet auf temperaturempfindlichere, aber dafür kostengünstige Trägermaterialien gedruckt werden kann. Damit kommen auch Trägermaterialien in den Focus, die flexibel oder transparent sind und damit die Erschließung neuer Anwendungsgebiete ermöglicht. Dies gelingt über einen Photo-Sinterprozess, der bei niedrigen Temperaturen durchführbar ist, was eine spezielle Ink-Jet Tinte erforderlich macht. Diese besteht aus Silber- Nanopartikeln. Um eine Photo-Sinterung der Tinte bei niedrigen Temperaturen zu erreichen, muss unter anderem die Partikeloberfläche mit geeigneten Liganden belegt werden. Dies führt bei den gewählten Sinterbedingungen zu einer Destabilisierung der Dispersion, wodurch möglichst viele leitfähige Kontaktpfade zwischen den Silber-Nanopartikeln entstehen können. Darüber hinaus werden Nanopartikel bestimmter Form und Größe kombiniert, um die Energieaufnahme im Sinterprozess zu optimieren. Ziel ist es, mit den auf diese Weise gedruckten Leiterbahnen die Leitfähigkeit von reinem Silber zu erreichen.
CompoAge: Alterungsmechanismen von Polyurethan-Nanokompositen
Es ist bekannt, dass die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Komposit-Materialien durch Nanopartikel beeinflusst werden. In diesem Projekt soll daher der Einfluss des Nanopartikel-Gehaltes auf das Alterungsverhalten von Polyurethan-basierten Kompositen untersucht werden. Dazu wird die Polyurethan-Matrix mit verschiedenen Gehalten an SiO2-Nanopartikeln (0-30 Gew.%) modifiziert. Da die Dispergierung der Nanopartikel in der Matrix die Materialeigenschaften beeinflusst, werden Ultramikrotom-Schnitte der modifizierten Komposite angefertigt und diese mittels Transmissionselektronen-Mikroskopie (TEM) untersucht. Um die Alterung des Komposit-Materials zu simulieren, werden die modifizierten Komposite bei Raumtemperatur in einer 20%ige KOH-Lösung eingelagert. Der Einfluss der SiO2-Nanopartikel auf die Alterung wird anschließend anhand der mechanischen (Bestimmung der Zugfestigkeit und des E-Moduls mittels Zugversuche sowie Bestimmung der Mikrohärte) und der thermomechanischen Eigenschaften (Bestimmung der Glasübergangstemperatur – Tg und des E-Moduls mittels Dynamisch-mechanischer Analyse – DMA sowie Dynamischer Differenzkalorimetrie – DSC) untersucht. Mögliche chemische Veränderungen an den Kompositen werden mittels IR-Spektroskopie nachgewiesen.
PALS: Plasmonisch aktivierte lebende Materialien
Selim Basaran – Infrared-activable Engineered Living Materials
Engineered Living Materials (ELMs) sind fortschrittliche Materialen, die gentechnisch veränderte lebende Organismen eine Matrix integriert. Diese Materialien sind so konzipiert, dass sie biologische Funktionalitäten wie die Reaktionsfähigkeit auf Umweltreize zur Produktion von z.B. Proteinen oder Medikamenten aufweisen. Durch die Integration von Goldnanostäbchen in ELMs gestalten wir IR-sensitive Engineered Living Materials für die Medizin, die durch plasmonische NIR-Lichtstimulation schnell 39°C-44°C erreichen können, um die Produktion von Proteinen oder Antibiotika zu induzieren. Das Temperaturprofil wird durch eine Kombination aus IR-Thermografie und Thermoelementen kontrolliert. Die Protein- und Medikamentenproduktion wird als Funktion der plasmonischen Stimulation durch Goldnanostäbchen mittels ex situ Fluoreszenzmikroskopie und ESI-MS quantifiziert.

BROADCAST: Dehnbare Leiter für dielektrische Aktuatoren in weichen Robotern
Lingyu Liu– Biomimetic robots autonomously driven by dielectric elastomers
Im Vergleich zu herkömmlichen Robotern bestehen weiche Roboter in der Regel aus weichen, auf Stimuli reagierenden Materialien, die ihnen eine gute Anpassungsfähigkeit und Nachgiebigkeit verleihen und eine Interaktion mit der Umgebung ermöglichen. Dazu gehören dielektrische Elastomere (DEs) und multifunktionale DEs mit bio-inspirierten Kontrollstrategien können autonome Peristaltik, Fortbewegung und ähnliches Verhalten erreichen. Heutzutage wird die Verbesserung von Soft-Robotern durch einen Mangel an Materialien für solche Schaltkreise und fehlende Regeln für das Design behindert. In diesem Projekt arbeiten wir mit Ingenieuren der Soft-Robotik zusammen, um neuartige, autonom laufende elektromechanische, weiche, leitfähige Materialien für den Antrieb weicher biomimetischer Robotersysteme zu untersuchen und das komplexe elektromechanische Verhalten dieser Strukturen vorherzusagen.

StableWires: Ligandenhüllen und die Formstabilität ultradünner Nanodrähte
Yannic Curto: Project Stable Wires
Formstabilität ist eine große Einschränkung für ultradünne Nanodrähte und deren Anwendungen. Denn ein dünner Draht kann aufgrund eines Phänomens, das Rayleigh-Plateau-Instabilität genannt wird, in Kugeln zerfallen. Es ist heute noch nicht möglich, genau vorherzusagen, welche Nanodrähte unter welchen Bedingungen strukturell stabil bleiben. Es ist jedoch bekannt, dass die strukturelle Stabilität von ultradünnen Nanodrähten sowohl von der Oberflächenchemie als auch von der Festkörperstruktur abhängt. Liganden spielen eine Schlüsselrolle bei der Bildung von hochgradig anisotropen Nanodrähten, und dieselben Liganden tragen zur strukturellen Stabilität bei. Wir untersuchen die strukturelle Stabilität von chemisch synthetisierten, ultradünnen Nanodrähten, um die Rolle des festen Kernmaterials und der molekularen Ligandenhülle für die Drahtstabilität zu ermitteln. Daher synthetisieren wir verschiedene Metall- und Halbleiter-Nanodrähte mit sehr ähnlichen Kerndurchmessern unter 10 nm und mit unterschiedlichen Ligandenhüllen.

InPrint-HyPoCo: Inkjet-Druckbare Hybride Partikel-Polymer-Komposite
Michael Klos: Mechanisch robuste, sinterfreie leitfähige Partikel-Polymer-Nanokomposite
Die schnelle und kostengünstige Herstellung von leitfähigen Elektroden und elektrisch leitfähigen Strukturen wird gerade für RFID Sensoren oder „Smart-Packaging“ interessant. Um Material zu sparen können mit einem Tintenstrahldrucken dünne Schichten auf verschiedene Substrate gedruckt werden. Diese sind jedoch häufig empfindlich gegenüber mechanischer Deformation oder haften schlecht am Substrat. Außerdem limitiert die häufig thermische Nachbehandlung die Anwendung.
In diesem Projekt untersuchen wir die mechanischen Eigenschaften, sowie die Adhäsion von Tintenstrahlgedruckten Linien, der von uns entwickelten hybriden sinterfreien Goldnanopartikeltinte. Wir stellen Nanokomposite aus den PEDOT:PSS stabilisierten Goldnanopartikel und verschiedenen nicht leitfähigen Polyvinylalkoholen her. Wir untersuchen den Einfluss verschiedener Molekulargewichte und Grade der Hydrolysierung der Polyvinylalkohole auf die mechanischen Eigenschaften und die Leitfähigkeit.

DigiBatMat: Eine digitale Plattform für Batteriematerial-Daten
Andriy Taranovskyy & Lisa Beran: DigiBatMat
Das Projekt DigiBatMat ist Teil der bundesweiten Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) – Plattform MaterialDigital, die darauf abzielt, Materialien und die Veränderung ihrer Eigenschaften während der technologischen Produktionsprozesse zu digitalisieren. Im Rahmen dieses Projekts wurde eine digitale Plattform für den Batterieproduktionsprozess entwickelt, die Schritte (Rohstoffmischung, Elektrodenkalendierung, Zellmontage etc.) und Elemente (Rohstoffe, Zwischenprodukte, Elektroden, Zellen etc.) enthält. Die Struktur wird mit heterogenen Referenzdaten zu den Parametern des Produktionsprozesses sowie den Eigenschaften der Batteriematerialien gefüllt, die aus verschiedenen Analysemethoden abgeleitet wurden, die auf verschiedenen Stufen der Produktionskette an den Produkten durchgeführt wurden. Alle sind in der Datenbank entsprechend ihrer Position in der gesamten Prozesskette verknüpft. Neben der Strukturierung der Daten wird die Plattform zusätzliche Funktionen für die datengesteuerte Forschung enthalten, wie z. B. Korrelationsanalyse und maschinelles Lernen. Am INM untersuchen wir die umfassenden Auswirkungen der Eigenschaften leitfähiger Additive (Morphologie, Oberflächenchemie) zusammen mit der Mischgeschwindigkeit während des Dispersionsschritts, die sich auf die Partikelgrößenverteilung auswirkt, auf die Leitfähigkeit von Batterieelektroden und die elektrochemische Leistung von Vollzellen. Repräsentative Daten von verschiedenen Charakterisierungsmethoden, einschließlich (Elektro-)Rheologie, Tomographie, Boehm-Titration, Lichtmikroskopie, SAXS und mehr, werden gesammelt, analysiert und in die digitale Plattform hochgeladen. Diese Forschung erfolgt in Zusammenarbeit mit unseren Partnern vom Institut für Partikeltechnik (iPAT), dem Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF), der Hochschule Aalen, AWS – Institut für digitale Produkte und Prozesse gGmbH und ist im Kompetenzcluster ProZell beim Projektträger Jülich angesiedelt.

GreenPaste: Recyclierbare, niedrig sinternde Silber-Pasten für nachhaltige gedruckte Elektronik
David van Impelen: Siebdruck von Silberpasten für nachhaltige gedruckte Elektronik
Eine Möglichkeit, elektronische Bauteile und Schaltkreise herzustellen, ist der Einsatz von Drucktechniken. Zu den Vorteilen dieser Technik gehören die große Auswahl an Substraten, die Flexibilität und die Erleichterung des Recyclings der Komponenten. In diesem Projekt drucken wir Pasten, die Silbermikropartikel enthalten, mit einer Technik namens Siebdruck. Um die Leitfähigkeit zu erhöhen, erhitzen wir die Drucke, um das Sintern der Silbermikropartikel einzuleiten. Das Sintern ist ein diffusionsbasierter Prozess, der zu einer Verbindung der Silberpartikel untereinander führt, was eine höhere Leitfähigkeit der gedruckten Partikelschicht zur Folge hat. Bei welchen Temperaturen dieser Sinterprozess ausgelöst wird, hängt von der Größe, der Form und der Chemie der Silberpartikel ab.

ARNIM II: Dynamik und Struktur agglomerierender Nanopartikel in Mikrogravitation
Bart-Jan Niebuur: ARNIM-II: Dynamik und Struktur agglomerierender Nanopartikel in Mikrogravitation
Die Selbstassemblierung von Nanopartikel-Superstrukturen ermöglicht die Herstellung von Materialien mit genau definierten Geometrien und somitelektrischen und optischen Eigenschaften. Dies ist für Werkstoffe sehr interessant: Elektrisch leitende metallische Nanopartikel können beispielsweise in einer isolierenden Matrix angeordnet werden, um die Leitfähigkeit zu maximieren oder minimieren, je nachdem, ob ein Dielektrikum oder ein elektrisch leitfähiges Material benötigt wird. Leider wird dieser Prozess durch die Schwerkraft behindert: Größere Anordnungen von metallischen Nanopartikeln sind zwar sehr filigran, aber schwer genug, um durch ihr Eigengewicht zerrissen zu werden, so dass beispielsweise die Verbindungsfähigkeit und damit die Leitfähigkeit verloren geht.

Copyright: DLR
Das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geförderte Projekt ARNIM-II geht der Frage nach, wie die Schwerkraft die Selbstorganisation von metallischen Nanopartikeln beeinflusst. Dazu wird ein Versuchsaufbau entwickelt, der die strukturellen Eigenschaften von Dispersionen auf Längenskalen von 50 Nanometern bis zu Millimetern untersucht und drei verschiedene optische Versuchsmethoden kombiniert, die für Flüge auf Höhenforschungsraketen geeignet sind. An Bord einer Höhenforschungsrakete des MAPHEUS-Programms des DLR (Apogäum ~250 km, was ca. 6 min Schwerelosigkeit ermöglicht) untersuchen wir die Agglomeration von Gold-Nanopartikeln. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, neue Strategien für Bottom-up-Produktionsmethoden für funktionale Materialien zu entwickeln.
ReIn-E: Recyclebare integrierte Elektronik
Unsere ökologische Verantwortung sowie die Vorschriften der Europäischen Union und der nationalen Regierungen erfordern ein höheres Maß an Recycling von Elektronik. Polymer-integrierte Elektronik kann die Menge der verwendeten Materialien reduzieren, ihre Integration macht aber die Rückgewinnung von Materialien (Metalle und Polymere) schwieriger als bei herkömmlicher Elektronik. Dies stellt ein ernstzunehmendes Risiko für die Innovation dar, das durch gut durchdachte Materialauswahl und Designanpassung verringert werden kann. Zu diesem Zweck testet ReIn-E neue Materialien als „Trennschichten“ ein und testet und optimiert Designs, die Zuverlässigkeit, Leistung und Marktkompatibilität sicherstellen. Wir erarbeiten einen „Best Practice“-Modellzyklus von der Herstellung der Pasten über den Druck und die Formgebung bis zur Metallrückgewinnung.
I-Seed
I-Seed: Verteilte Umweltanalytik mit Sensormaterialien in weichen Robotern
I-Seed vereint bioinspirierte weiche Robotik, Materialwissenschaften und Umweltwissenschaften mit dem Ziel, eine neue Generation von sich selbst ausbringenden und biologisch abbaubaren weichen Minirobotern zu entwickeln, die das Verhalten von Pflanzensamen imitieren. Die Roboter, die aus künstlichen Samen-Strukturen und Sensormaterialien bestehen, sollen In-situ-Umweltparameter in der Luft und im Boden überwachen, z. B. Schadstoffbelastung, Feuchtigkeit, CO2-Gehalt, Temperatur und Wasserqualität. Im Rahmen dieses Projekts entwickeln wir fluoreszierende Sensormaterialien, deren optische Eigenschaften von Umweltfaktoren abhängig sind. Bei der Auswahl der fluoreszierenden Materialien wird auf deren Abbaubarkeit und Umweltverträglichkeit geachtet.

ARNIM: Agglomeration von Nanopartikeln bei Mikrogravitation
Moderne Methoden der „Selbstanordnung“ erlauben es uns, aus Nanopartikeln auch größere Strukturen herzustellen, deren Geometrie zu einem gewissen Grad definiert ist. Das ist für Materialien sehr interessant: Zum Beispiel lassen sich so elektrisch leitfähige Metall-Nanopartikel in einer isolierenden Matrix anordnen, um die Leitfähigkeit zu maximieren oder zu minimieren, je nachdem, ob man ein Dielektrikum oder einen elektrischen Leiter benötigt.
Leider kommt dabei die Schwerkraft in die Quere: Größere Anordnungen von Metallpartikeln sind sehr filigran, aber schwer genug, um von ihrem eigenen Gewicht zerrissen zu werden, so dass beispielsweise die Konnektivität und damit Leitfähigkeit verloren geht. In Projekt ARNIM untersuchen wir mit Unterstützung des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt (DLR), ob man das durch Ausschalten der Schwerkraft verhindern kann. Dazu nutzen wir zunächst einen Fallturm (ZARM in Bremen) und „werfen“ Agglomerations-Experimente so, dass die Schwerkraft für wenige Sekunden aufgehoben wird. In Zukunft sind auch Experimente an Bord von Raketen oder der internationalen Raumstation geplant, die längere Agglomerationsversuche erlauben.
Stellt sich heraus, dass die Agglomerate tatsächlich von ihrem Gewicht zerstört werden, müssen wir sie verstärken – zum Beispiel durch Nutzung von Nanodrähten. Es könnte aber auch sein, dass es gar nicht die Schwerkraft ist, sondern Details des Agglomerationsprozesses. Diese Fragen stehen deshalb im Zentrum des Projektes.
AggloSense: Mechanische Verformung mit leitfähigen Nanokompositen messen
Normalerweise benutzt man Komposite aus Elastomeren und leitfähigen Kohlenstoffpartikeln, wenn das Material leitfähig sein und bleiben soll. So werden beispielsweise antistatische Schuhsohlen oder Dichtungen hergestellt. Im DFG-geförderten Projekt AggloSense dagegen wollen wir das Gegenteil erreichen: maximale Änderung der elektrischen Leitfähigkeit bei Verformung.
Dazu untersuchen wir in Kooperation mit Professor Tanja Schilling von der Universität Freiburg, wovon die Leitfähigkeit solcher Komposite überhaupt abhängt. Kohlenstoffpartikel (sogenanntes „Carbon Black“) sind tatsächlich keine Kugeln, sondern sehr komplex geformte Agglomerate mit oft fraktaler Struktur. Im Material berühren sie sich auf schwer vorherzusagende Weise. Durch den Vergleich der Struktur gezielt hergestellter Materialien mit simulierten Anordnungen und Messungen der Leitfähigkeit mit und ohne Verformung wollen wir herausfinden, wie man die Änderung der Leitfähigkeit groß machen kann.
Confelcon: Konforme elektrische Kontakte

Die Verknüpfung von biologischen Objekten mit elektronischen Geräten erfordert weiche elektrische Kontakte. Wir entwickeln und fabrizieren mikrostrukturierte adhäsive Kontaktelemente aus elektrisch leitfähigen Materialien. Eine genaue Charakterisierung dieser Elemente zeigt die Verbindung von adhäsiven und elektrischen Eigenschaften auf. Außerdem erforschen wir Anwendungen der Elemente als elektrisch schaltbare mechanische Kontakte.
ActiN: Aktive Nanokomposite
Eingebettete Nanopartikel verleihen heutigen Nanokompositen nützliche Eigenschaften wie Farbe, Festigkeit oder hohen Brechungsindex. Ihre Anordnung beeinflusst diese Eigenschaften, verändert sich aber für gewöhnlich nach der Herstellung nicht, weil die Partikel zu stark in die Matrix eingebunden sind. Wir erforschen Nanokomposite, in denen sich metallische Nanopartikel bewegen und die sich auf einen Stimulus reorganisieren können. Dadurch ändert sich beispielsweise die Farbe des Komposits. In diesem Projekt stellen wir Modell-Partikel her und untersuchen, wie sie so eingebunden werden können, dass sie eine gewisse Mobilität erhalten.

IMPROVe-STEM: Neue Materialien für die Vermehrung von Stammzellen
Dieses interdisziplinäre Projekt zielt auf die skalierbare Gewinnung mesenchymaler Stammzellen mithilfe neuer Trägermaterialien für ihre Vermehrung ab. Im Zusammenarbeit mit Zellbiologen, Biochemikern, Chemikern und Materialwissenschaftlern modifizieren wir die Oberflächen von Mikrokugeln so, dass die Zellhaftung verbessert wird, das Zellwachstum gefördert wird und die Zellen sich leicht von den Mikrokugeln ablösen können. Der materialorientierte Teil des Projektes erfordert die Oberflächencharakterisierung von Partikeln mit Durchmessern von etwa 100 µm und ihre anschließende Modifizierung mit Methoden wie Polymeraufpfropfen, Plasmaaktivierung und Veränderungen von Oberflächenrauheit und Ladung. Das Projekt wird vom „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ INTERREG gefördert.



HYBDI: Hybride Dielektrische Schichten
Für gedruckte Elektronik sind neben leitfähigen Schichten auch dielektrische Schichten, z.B. für Kondensatorelemente, notwendig. Reine Polymerschichten weisen eine begrenzte Polarisationsfähigkeit im elektrischen Feld und somit eine relativ geringe dielektrische Konstante auf. Wir untersuchen hybride Schichten aus Gold-Nanopartikeln, die durch isolierende Liganden voneinander getrennt sind. Hier soll zum einen die Polarisationsfähigkeit des Hybridsmaterials und die dielektrische Konstante der Schicht durch die metallischen Partikel erhöht werden, zum andern ein Ladungstransport zwischen den Nanopartikeln und das Versagen der dielektrischen Schicht verhindert werden.

Abgeschlossene Projekte
IGLU: Inkjet-Druck von RFID-Antennen auf Papier mit Hybridtinten
Im Projekt NanoSpekt haben wir sinterfreie Hybrid-Tinten entwickelt, mit denen wir elektrische Leiter ohne Sintern auf empfindliche Oberflächen aufbringen können – auch auf Papier und Karton. In diesem Projekt erforschen wir in Kooperation mit der Papiertechnischen Stiftung (PTS), wie man diese Materialien verwenden kann, um RFID-Antennen für die berührungslose Identifikation von Verpackungen direkt auf Karton zu drucken.
Papier und Karton sind sehr wichtige, aber auch anspruchsvolle Substrate: Ihre Oberfläche ist porös, und beim Drucken dringt die Tinte ein, so dass die elektrische Leitung erschwert wird. Außerdem beginnt sich Papier zu wellen, wenn es zu stark erhitzt wird, und Kartons werden gefaltet, wodurch leitfähige Strukturen leicht beschädigt werden können. Deshalb untersuchen wir in dieser AiF-geförderten Kooperation, wie man die Verbindung zwischen Karton und Tinte stark genug gestalten kann – und wie man damit zusätzliche Funktionen in Schachteln einbauen kann, am besten direkt beim Hersteller.
NanoSpekt: Transparente leitfähige Materialien basierend auf Nanopartikeln
Flexible und druckbare Elektronik erfordert neue Materialien. In diesem Projekt beschäftigen wir uns mit optisch transparenten Materialien für die Elektronik der Zukunft. Das BMBF-geförderte Projekt im Rahmen des NanoMatFutur-Programmes verwendet Nanopartikel mit definierten Formen und Anordnungen in Polymeren, um transparente Elektroden beispielsweise für berührungsempfindliche Bildschirme und Solarzellen zu fertigen. Chemiker, Materialwissenschaftler und ein Ingenieur arbeiten eng zusammen, um neue Materialien zu entwickeln, die mit den wohlbekannten Methoden des Nassbeschichtens und Druckens verarbeitet werden können.

Publikationen:
- Gonzalez-Garcia et al., Procedia Eng., 2016, 141, 152-156. DOI: 10.1016/j.proeng.2015.08.1120
- Reiser et al., Chem. Sci., 2016, 7, 4190-4196. DOI: 10.1039/C6SC00142D
- Reiser et al., Phys. Chem. Chem. Phys., 2016,18, 27165-27169. DOI: 10.1039/C6CP05181B
- Reiser et al., ACS nano, 2017, 11, 4934-4942. DOI: 10.1021/acsnano.7b01551
- Maurer et al., ACS Appl. Mater. Interfaces, 2015, 7, 7838. DOI: 10.1021/acsami.5b02088
- Maurer et al., Nano Lett., 2016, 16, 2921–2925. DOI: 10.1021/acs.nanolett.5b04319
- Maurer et al., Phys. Status Solidi A, 2016, 213, 2336–2340. DOI 10.1002/pssa.201532874
- Maurer et al., Adv. Mater. Technol., 2017, 482, 1700034. DOI: 10.1002/admt.201700034
- Maurer et al., ACS Appl. Mater. Interfaces, 2018, 10, 7, 6079-6083. DOI: 10.1021/acsami.7b18579
SteelParticles: Kolloidale Charakterisierung von Partikeln aus Stahl
Die herausragenden mechanischen Eigenschaften sowie die außerordentlich gute Schweißbarkeit niedriglegierter Stähle ist auf Karbonitrid-Nanopartikel zurückzuführen, die in den Stählen bei der Herstellung erzeugt werden.
In Kooperation mit der Dillinger Hütte, einem saarländischen Stahlproduzenten, untersuchen wir die chemische Zusammensetzung, Morphologie und Größenverteilung der im Stahl vorliegenden Partikel. Die Partikelcharakterisierung erfolgt mit Methoden, die wir für Kolloide entwickelt haben. Diese statistisch relevanten Methoden werden bisher in der Metallographie wenig eingesetzt.

Publikationen
- Hegetschweiler et al., J. Mater. Sci., 2019, 54, 5813-5824. DOI: 10.1007/s10853-018-03263-0
- Hegetschweiler et al., Anal. Chem., 2019, 91, 943-950. DOI: 10.1021/acs.analchem.8b04012
- Hegetschweiler et al., Part. Part. Syst. Charact., 2021, 38, 2000236. DOI: 10.1002/ppsc.202000236
- Meili-Borovinskaya et al., J. Chromatogr. A, 2021, 1641, 461981. DOI: 10.1016/j.chroma.2021.461981
- Webel et al., Ultramicroscopy, 2021, 223, 113219. DOI: 10.1016/j.ultramic.2021.113219
AggloTox: Agglomeration von Nanopartikel-Protein-Mischungen
Mischungen aus Nanopartikeln und Proteinen neigen dazu, hybride Agglomerate zu bilden. Wir interessieren uns für die Agglomerationsmechanismen und die Strukturen der entstehenden Agglomerate, um ihre Rolle in der Medizin, Ökologie und den Biomaterialien besser zu verstehen.
Formation Mechanism for Stable Hybrid Clusters of Proteins and Nanoparticles (ACS)
ACS NANO, DOI: 10.1021/acsnano.5b01043
DINAFFF: Untersuchung von Nanopartikeln mittels Feld-Fluss-Fraktionierung
Mit der Feld-Fluss-Fraktionierung kann man Partikel nach Größe trennen, aber die Methode leidet oft unter Partikelverlusten durch Adsorption und Agglomeration. Dieses AiF-ZIMM-Projekt (finanziell unterstützt durch das BMWi) will solche Verluste minimieren und FFF zu einer Standard-Methode machen, um Nanopartikel in Produkten, der Umwelt und in Lebensmitteln erkennen zu können.
HOP-X: Hybride Partikel-Polymer-Röntgenbildplatten
Digitale Bildplatten für medizinisches Röntgen basieren auf Keramiken. Dieses Projekt entwickelt unterstützt vom BMBF Röntgenbildplatten, die auf einem neuen Material aus leitfähigen Polymeren und anorganischen Partikeln bestehen. Die Partikel absorbieren und wandeln Röntgenphotonen um, die leitfähigen Polymere transportieren die entstehende Ladung zu Elektroden. Der Programmbereich Strukturbildung beschäftigt sich im Projekt hauptsächlich mit der Analyse der Kompositstrukturen aus Partikeln und Polymeren, der Entstehung der Struktur bei der Herstellung und ihren Effekten auf die Leistungsfähigkeit der Bildplatten.
MobiNano: Mobilität und Wechselwirkung agglomerierender Nanopartikel
Wechselwirkungen treiben Partikel zur Agglomeration, Mobilität lässt sie diesem Antrieb folgen. Wir nutzen Fluidik und Synchrotron-Kleinwinkelstreuung (SAXS), um frühe Stadien der Agglomeration zu untersuchen. Die Ergebnisse helfen uns dabei, die Bildung von Kompositen besser zu verstehen, geben Einblick in Kristallisationsprozesse und in Phänomene der Biomineralisation.
NanoConfine: Anordnung von Partikeln in Emulsionstropfen
Nanopartikel, die in Emulsionstropfen gefangen sind, reagieren auf ihre räumliche Beschränkung je nach eingesetztem Tensid. Einige von ihnen ordnen sich in reguläre „Suprapartikel“ an, vollständig definierte Strukturen, die an Edelgaskondensate oder kleine Metallcluster erinnern. Wir untersuchen in diesem DFG-finanzierten Projekt, wie Nanopartikel miteinander und Flüssig-Flüssig-Grenzflächen wechselwirken. Tanja Schilling an der Universität Luxemburg verwendet Simulationen, um die Strukturbildung vorherzusagen und zu verstehen, wir erforschen sie experimentell.
Publikationen
Dörr, Tobias Sebastian | Deilmann, Leonie | Haselmann, Greta | Cherevan, Alexey | Zhang, Peng | Blaha, Peter | Oliveira, Peter William de | Kraus, Tobias | Eder, Dominik
DOI:
Abstract Pure and Nb-doped TiO2 photocatalysts with highly ordered alternating gyroid architecture and well-controllable mesopore size of 15 nm via co-assembly of a poly(isoprene)-block-poly(styrene)-block-poly(ethylene oxide) block copolymer are synthesized. A combined effort by electron microscopy, X-ray scattering, photoluminescence, X-ray photoelectron spectroscopy, Raman spectroscopy, and density functional theory simulations reveals that the addition of small amounts of Nb results in the substitution of Ti4+ with isolated Nb5+ species that introduces inter-bandgap states, while at high concentrations, Nb prefers to cluster forming shallow trap states within the conduction band minimum of TiO2. The gyroidal photocatalysts are remarkably active toward hydrogen evolution under UV and visible light due to the open 3D network, where large mesopores ensure efficient pore diffusion and high photon harvesting. The gyroids yield unprecedented high evolution rates beyond 1000 µmol h−1 (per 10 mg catalyst), outperforming even the benchmark P25-TiO2 more than fivefold. Under UV light, the Nb-doping reduces the activity due to the introduction of charge recombination centers, while the activity in the visible triple upon incorporation is owed to a more efficient absorption due to inter-bandgap states. This unique pore architecture may further offer hitherto undiscovered optical benefits to photocatalysis, related to chiral and metamaterial-like behavior, which will stimulate further studies focusing on novel light–matter interactions.
Dörr, Tobias S. | Pelz, Alexander | Zhang, Peng | Kraus, Tobias | Winter, Martin | Wiemhöfer, Hans-Dieter
DOI:
Abstract In searching for polymer‐based electrolytes with improved performance for lithium ion and lithium metal batteries, we studied block copolymer electrolytes with high amounts of bis(trifluoromethane)sulfonimide lithium obtained by macromolecular co‐assembly of a poly(isoprene)‐block‐poly(styrene)‐block‐poly(ethylene oxide) and the salt from tetrahydrofuran. Particularly, an ultra‐short poly(ethylene oxide) block of 2100 g mol−1 was applied, giving rise to 2D continuous lamellar microstructures. The macroscopic stability was ensured with major blocks from poly(isoprene) and poly(styrene), which separated the ionic conductive PEO/salt lamellae. Thermal annealing led to high ionic conductivities of 1.4 mS cm−1 at 20 °C with low activation energy and a superior lithium ion transference number of 0.7, accompanied by an improved mechanical stability (storage modulus of up to 107 Pa). With high Li:O ratios >1, we show a viable concept to achieve fast Li+ transport in block copolymers (BCP), decoupled from slow polymer relaxation.
An, Seongpil | Kang, Dong Jin | Yarin, Alexander L.
DOI:
Here, model blister-like soft thermo-pneumatic artificial muscles with the embedded nanofibers impregnated with ethanol are developed. The muscles are essentially blister-like thermo-pneumatic soft actuators (BTSAs), which deflect in response to heat supplied to their bottom. The resulting deflections are on the scale of 1 cm, and the BTSAs are operational for several cycles. They are able to raise the artificial rigid scales, spines or fur/thin fibers attached to them emulating animals such as pangolin, hedgehog and porcupine. They are also capable of removing the stickiest adhesive tapes attached to them, and thus hold great promise for biomedical applications where artificially grown skin patches should be removed from an underlying substrate without being damaged. The theory of the BTSA proposed in this work is in reasonable agreement with the acquired experimental data.
Doblas-Jimenez, David | Hubertus, Jonas | Kister, Thomas | Kraus, Tobias
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Abstract Active nanocomposites are created with liquid inclusions that contain plasmonic gold nanoparticles inside a polymeric matrix. The alkylthiol-coated gold particles are designed to reversible agglomerate at certain temperatures, which changes the plasmonic coupling and thus optical properties. It is found that particles confined to the liquid inclusions inside the active composite retain this capability and cause macroscopic, temperature-dependent color change of the solid. The transition is fully reversible for at least 100 times and tunable in temperature via particle size and ligand. This method is suitable to “package” responsive dispersion in solid composites to exploit their dynamic properties in materials.
Gerstner, Dominik J. | Kraus, Tobias
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We demonstrate that rapid nanoparticle self-assembly is possible in organic solvents if the temperature is above the melting point of the particles' ligand shell. Flow experiments coupled to small-angle X-ray scattering reveal the agglomeration kinetics and agglomerate structures of alkylthiol-coated gold nanoparticles at different temperatures, interparticle potentials, and times. Our experiments allow to discriminate between the effects of long-range and short-range interactions on self-assembly: crystalline agglomerates formed for a wide range of potentials, but only at temperatures where the short-ranged mobility was sufficient. Rapid superlattice formation in less than 3 s was observed for strongly attractive potentials at high temperatures, implying an assembly rate that is sufficient for large-scale material synthesis. Strong attraction between the particles did not impede high-quality self-assembly when short-ranged mobility was provided by ligands above a specific temperature.
Kister, Thomas | Maurer, Johannes H. M. | González-García, Lola | Kraus, Tobias
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Metal grids with submicron line diameters are optically transparent, mechanically flexible, and suitable materials for transparent and flexible electronics. Printing such narrow lines with dilute metal nanoparticle inks is challenging because it requires percolation throughout the particle packing. Here, we print fully connected submicron lines of 3.2 nm diameter gold nanoparticles and vary the organic ligand shell to study the relation between colloidal interactions, ligand binding to the metal core, and conductivity of the printed lines. We find that particles with repulsive potentials aid the formation of continuous lines, but the required long ligand molecules impede conductivity and need to be removed after printing. Weakly bound alkylamines provided sufficient interparticle repulsion and were easy to remove with a soft plasma treatment after printing, so that grids with a transparencies above 90% and a conductivity of 150 Ω sq–1 could be printed.
Kister, Thomas | Monego, Debora | Mulvaney, Paul | Widmer-Cooper, Asaph | Kraus, Tobias
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Being able to predict and tune the colloidal stability of nanoparticles is essential for a wide range of applications, yet our ability to do so is currently poor due to a lack of understanding of how they interact with one another. Here, we show that the agglomeration of apolar particles is dominated by either the core or the ligand shell, depending on the particle size and materials. We do this by using Small-Angle X-ray Scattering and molecular dynamics simulations to characterize the interaction between hexadecanethiol passivated gold nanoparticles in decane solvent. For smaller particles, the agglomeration temperature and interparticle spacing are determined by ordering of the ligand shell into bundles of aligned ligands that attract one another and interdigitate. In contrast, the agglomeration of larger particles is driven by van der Waals attraction between the gold cores, which eventually becomes strong enough to compress the ligand shell. Our results provide a microscopic description of the forces that determine the colloidal stability of apolar nanoparticles and explain why classical colloid theory fails.
Monego, Debora | Kister, Thomas | Kirkwood, Nicholas | Mulvaney, Paul | Widmer-Cooper, Asaph | Kraus, Tobias
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Inorganic nanoparticle cores are often coated with organic ligands to render them dispersible in apolar solvents. However, the effect of the ligand shell on the colloidal stability of the overall hybrid particle is not fully understood. In particular, it is not known how the length of an apolar alkyl ligand chain affects the stability of a nanoparticle dispersion against agglomeration. Here, small-angle X-ray scattering and molecular dynamics simulations have been used to study the interactions between gold nanoparticles and between cadmium selenide nanoparticles passivated by alkanethiol ligands with 12–18 carbons in the solvent decane. We find that increasing the ligand length increases colloidal stability in the core-dominated regime but decreases it in the ligand-dominated regime. This unexpected inversion is connected to the transition from ligand-dominated to core-dominated agglomeration when the core diameter increases at constant ligand length. Our results provide a microscopic picture of the forces that determine the colloidal stability of apolar nanoparticles and explain why classical colloid theory fails.
Wintzheimer, Susanne | Granath, Tim | Oppmann, Maximilian | Kister, Thomas | Thai, Thibaut | Kraus, Tobias | Vogel, Nicolas | Mandel, Karl
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Under the right process conditions, nanoparticles can cluster together to form defined particular structures, which can be termed supraparticles. Controlling the size, shape, and morphology of such entities is a central step in various fields of science and technology, ranging from colloid chemistry and soft matter physics to powder technology and pharmaceutical and food sciences. These diverse scientific communities have been investigating formation processes and structure/property relations of such supraparticles under completely different boundary conditions. On the fundamental side, the field is driven by the desire to gain maximum control of the assembly structures using very defined and tailored colloidal building-blocks, while more applied disciplines focus on optimizing the functional properties from rather ill-defined starting materials. With this review article, we aim to provide a connecting perspective by outlining fundamental principles that govern the formation and functionality of supraparticles. We discuss the formation of supraparticulates as a result of colloidal properties interplaying with external process parameters. We then outline how the structure of the supraparticles gives rise to different functional properties. They can be a result of the structure itself (emergent properties), of the colocalization of different, functional building-blocks, or of coupling between individual particles in close proximity. Taken together, we aim to establish structure-property and process-structure relationships that provide unifying guidelines for the rational design of functional supraparticles with optimized properties. Finally, we aspire to connect the different disciplines by providing a categorized overview of the existing, diverging nomenclature of seemingly similar supraparticle structures.
Barth, Carlo | Roder, Sebastian | Brodoceanu, Daniel | Kraus, Tobias | Hammerschmidt, Martin | Burger, Sven | Becker, Christiane
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