Oskar Staufer entwickelt mit seinem Team neuartige Biomaterialien, um Immunprozesse besser zu verstehen und gezielt zu steuern. Seine interdisziplinäre Forschung verbindet die Biophysik mit den Biomaterialien und der Immunologie. Bereits seit 2022 leitet Oskar Staufer eine Emmy-Noether-Gruppe zum Thema „Immuno-Materialien“ am INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien. Am 27. April wurde er gemeinsam von der Universität des Saarlandes und dem INM zum Professor für Experimentelle Biophysik berufen.
Ein zentrales Beispiel für neuartige Biomaterialien, an denen Oskar Staufer mit seinem Team forscht, sind künstliche Lymphknoten. Sie ermöglichen es, auch außerhalb des Körpers zu untersuchen, wie Immunzellen aktiviert werden. Zudem können damit in Zukunft leistungsfähigere Immunzellen für Krebstherapien hergestellt werden. Seine materialwissenschaftliche Forschung will Oskar Staufer künftig noch enger mit der klinischen Anwendung verknüpfen und dabei vor allem neue physikalische Effekte erforschen, die den immunologischen Prozessen zugrunde liegen.
Der neue Professor für Experimentelle Biophysik will seine Expertise in der Entwicklung von biomimetischen Materialien – also von Materialien, die sich an natürlichen Vorbildern orientieren – und seine Kenntnisse rund um die Aktivierung von Immunzellen in größere, fachübergreifende Forschungsverbünde einbringen. Dazu zählen der Schwerpunkt BioMed – Leben und Materie der Universität des Saarlandes sowie künftige Sonderforschungsbereiche und mögliche Exzellenzinitiativen.
Kurz-Lebenslauf von Oskar Staufer
Oskar Staufer studierte Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg. Für seine Promotion, für die er mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet wurde, wechselte er an das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung und schloss sich dort der neu gegründeten Max Planck School „Matter to Life“ an. Mit dem Marie-Skłodowska-Curie-Stipendium der Europäischen Kommission konnte er seine Arbeiten zur Wechselwirkung zwischen künstlichen Systemen und Immunzellen an der Universität Oxford weiter vertiefen.
Seit November 2022 leitet Oskar Staufer die Forschungsgruppe „Immuno-Materialien“ am INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien. Diese wird aus dem Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 2,4 Millionen Euro gefördert. Die Pharmazeutische Forschungsallianz Saarland, die das INM mit dem Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) und der Universität des Saarlandes vernetzt, hat die Anwerbung von Oskar Staufer unterstützt, um den Schwerpunktbereich BioMed zu stärken.

