Die Forschungsabteilung Optische Materialien entwickelt neuartige optische und elektrooptische Verbundwerkstoffe. Diese verfügen über spezifische Wechsel-wirkungen mit Licht als funktionell wesentliche und wertschöpfende Funktion. Sie finden Verwendung in „Bulk“-Materialien oder als Beschichtungen für Glas-, Keramik-, Metall- und Polymersubstrate. Die Expertise der Gruppe reicht von der Modellierung über die Anwendung nasschemischer Verfahren zur Synthese organisch-anorganischer Matrices bis hin zur Herstellung von Nanopartikeln mit spezifischer chemischer Modifikation und Design. Im Fokus stehen Entwicklung und Verbesserung von Anwendungs- und Strukturierungstechniken in industriellen und produktrelevanten Forschungsbereichen. Wir kooperieren mit internen Forschungsabteilungen, dem InnovationsZentrum INM und der Universität des Saarlandes. Wir sind Ansprechpartner für deutsche und internationale Universitäten und Forschungsinstitute sowie für Industriepartner aus Deutschland, Europa und Übersee.

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Forschung
Neuartige Materialien für Optische Systeme

Engagierte Grundlagenforschung zum Thema neuartiger Phänomene und Effekte zwischen Materialien und elektromagnetischer Strahlung zu betreiben und die Nutzung dieser Ergebnisse durch Anwendungen in Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit Industriepartnern zu verwerten, sind die komplementären Ziele der Forschungsabteilung Optische Materialien.
Innovationen aus der Grundlagenforschung
Grundlegende Forschungsziele des Programmbereichs sind die Validierung der photochemischen Metallisierung, die Entwicklung neuartiger plasmonischer Strukturen aus Silberkolloiden, Elektrospinning, integrierte Optik, Biophotonik sowie die Synthese neuer Materialien mit besonderen Brechungsindices.

Flexible, transparent leitfähige Schichten
Transparente, elektrisch leitfähige Schichten werden in vielen Anwendungen, z.B. in Displays, Touch Screens, Bildschirmen und Solarzellen als transparente Elektroden eingesetzt – bisher werden sie standardmäßig über Sputtern von ITO (Indium-Zinn-Oxid) erzeugt. Zukünftige flexible Displays erfordern eine Flexibilität der Elektroden. Der Programmbereich Optische Materialien fokussiert sich auf die Entwicklung flexibler, transparenter leitfähiger Schichten durch innovative Implementierung neuer technischer Verfahren:
Das von uns entwickelte Verfahren der Photometallisierung erzeugt auf einer photokatalytischen Basisschicht Silberstrukturen z. B. über Maskenbelichtung. Die erhaltenen Metallstrukturen sind sehr fein, transparent und elektrisch leitfähig.
Der neuartige Ansatz des Elektrospinnens produziert lange, dünne Polymerfasern mit einem außergewöhnlichen hohen Aspektverhältnis, die durch einen innovativen INM-Prozess metallisiert werden und bis in den m² Bereich skaliert werden können.
Nasschemisch hergestellte, gedruckte transparente leitfähige Oxidschichten (TCO) und Strukturen auf Basis von TCO Nanopartikeln (z. B. ITO), oder der Einsatz von Silber-Nanodrähten (silver nanowires) runden unserer Portfolio ab.
Alle Varianten ermöglichen den grundlegenden Einsatz in der gedruckten Elektronik und auf flexiblen Substraten.
Photometallisierung – lichtgesteuerte Abscheidung dünner Silberschichten
Photometalliserung ist ein Verfahren zur lichtgesteuerten Abscheidung dünner Silberschichten auf starren und biegsamen Substraten. Die Grundlage hierfür ist eine wenige Nanometer dünne, transparente Vorbeschichtung des Substrats mit photokatalytisch aktiven Nanopartikeln. Wird diese derart aktivierte Oberfläche mit einer Lösung eines geeigneten Silberkomplexes in Kontakt gebracht und mit ultraviolettem Licht beleuchtet, so werden Komplexmoleküle abgebaut, und das freigesetzte metallische Silber scheidet sich auf der Oberfläche ab. Der entstehende Silberfilm kann eine Dicke von über 100 nm und einen Schichtwiderstand von unter 0,3 Ohm/sq erreichen. Die Belichtung erfolgt durch eine Maske, aber auch durch Beschränkung der Ausbreitung der Silberkomplexlösung oder der photokatalytischen Vorbeschichtung können Mikrostrukturen erzeugt werden. Basierend auf Gittern mit Maschenweiten von 350-500 µm und Linienbreiten von 3-5 µm konnten auf Glas- und PET-Substraten funktionsfähige kapazitive Multitouch-Sensoren mit einer Nettotransparenz von über 90 % gezeigt werden.
Auch nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit sind Grundlagen der Schichtabscheidung noch ein wichtiges Thema laufender Forschung.

Schritt 1: Eine dünne transparente Schicht eines nanopartikulären Photokatalysators wird auf ein Substrat aufgetragen

Schritt 2: Die Photokatalysatorschicht wird mit einer Lösung, die einen spezifischen Silberkomplex enthält, in Kontakt gebracht.

Schritt 3: Die Bestrahlung mit UV-Licht bewirkt eine photokatalytische Oxidation der Liganden und eine Reduktion der Silberionen. Auf der Oberfläche wird metallisches Silber abgeschieden.

Ergebnis: Ein dünner Silberfilm bleibt dort zurück, wo die Bestrahlung stattgefunden hat.
INM-Technologie zur Abscheidung von dünnen Silberschichten und Mikrostrukturen [DE 10235803 A1, DE 102010052033 A]
BMBF Grundlagenforschungsprojekt PlaSioBio:
Plasmonenresonanz für Sicherheitsmerkmale, integrierte Optik und Biophotonik
Bei dem vom INM entwickelten Verfahren der Photometallisierung entstehen an einer photokatalytischen Grenzfläche zunächst Silberkolloide innerhalb einer wenige 10 nm dünnen Schicht, bevor sich bei weiterer Belichtung ein geschlossener metallischer Film bildet. Dieses wissenschaftliche Vorprojekt zielt darauf ab, mittels Mikrostrukturierung die durch Oberflächenplasmonenresonanz bedingten, einzigartigen optischen Eigenschaften dieser Kolloide technisch nutzbar zu machen. So könnte die wellenlängenabhängige Absorption und Streuung in farbselektiven Beugungsgittern für Sicherheitsmerkmale Verwendung finden. Bei Wellenlängen fern vom Resonanzpeak ist dagegen vor allem ein Brechzahlhub zu erwarten, der für planare Wellenleiter und komplexere integriert-optische Elemente genutzt werden kann. Die einfache Integration mit metallischen Elektroden innerhalb desselben Herstellungsprozesses sollte zudem auch die Realisierung elektrooptischer Modulatoren auf der Basis des Kerr-Effekts erlauben. Derartige integriert-optische Elemente können für optische Datenkommunikation in Zukunftsfeldern wie der autonomen Mobilität, aber auch für Sensoren z.B. in der Biophotonik anwendbar sein.
Erzeugung einer diffraktiven Struktur durch feldweise Belichtung von Gitterelementen

Durch Zweistrahlinterferenz als Beugungsgitter strukturierte Silberkolloidschicht mit einer Gitterkonstante von 530 nm

Absorptionsspektrum einer durch Photometallisierung abgeschiedenen Silberkolloidschicht unter einer transparenten Schutzschicht

Verwendung eines Gitters aus kolloidalen Silber-Nanopartikeln zur Einkopplung von Laserlicht in einen planaren Wellenleiter
Plasmon Resonance for Security Features, Integrated Optics and Biophotonics
Basic research funded by the BMBF in the „Wissenschaftliche Vorprojekte (WiVoPro): Photonik und Quantentechnologien“ scheme (December 2020 – November 2022)
Förderkennzeichen: 13N15428
https://www.photonikforschung.de/projekte/explorative-forschung/projekt/plasiobio.html
Elektrospinnen

Elektrospinning Prozess

Metallisch beschichtete elektrogesponnene Polymerfasern

Transparente leitfähige E-spinning Fasern auf PC Folie
Das Elektrospinnen ist eine vielseitige Technologie zur Herstellung von Fasern mit einem sehr hohen Aspektverhältnis aus organischen Polymeren, Keramiken und sogar Metallen. Diese gesponnenen Nanofasern haben im Allgemeinen eine Länge von mehreren hundert Mikrometern und bilden ausgedehnte zufällig orientierte Netzwerke mit hoher Perkolation und dennoch hoher Transmission. Aufgrund der Zufälligkeit des Netzwerks können Moiré-Muster, die den optischen Eindruck stören würden, ausgeschlossen werden. Durch Versilberung ist es mit der INM-Technologie möglich, transparente leitfähige, großflächige Beschichtungen zu erhalten. Unsere Technologie bietet grundlegendes Potential für Elektroden in Displays, Touchscreens, Solarzellen, und Antennenstrukturen – in Kombination mit flexiblen und dehnbaren Substraten auch für biegbare Displays. Die Schichten können kostengünstig hergestellt werden und bieten daher eine zukunftsträchtige Alternative zur bisherigen Methode, dem Sputtern von ITO (Zinn-dotiertes Indiumoxid).
Wesentliche Ergebnisse:
- Wesentliche Ergebnisse:
- •Faserdurchmesser variiert zwischen Hunderten von Nanometern bis zu einigen Mikrometern, je nach Polymerzufuhr.
- •Schichtwiderstand: < 5 Ω/sq
- •Transmission: bis zu > 90%
- •Trübung (Haze): < 1%
- •Kostengünstiger Prozess, skalierbar
- •Prozess ist Rolle-zu-Rolle kompatibel
Neue Materialien durch gezielte Einstellung des Brechungsindex

Durch gezielte Einstellung des Brechungsindex können interessante optische Eigenschaften und Effekte für zahlreiche Anwendungen genutzt werden. Gelingt es, den Brechungsindexverlauf verschiedener Materialien über den Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichts anzupassen, dann werden beispielsweise Glasfasern in einem polymeren Matrixmaterial für das menschliche Auge unsichtbar. Das Komposit erscheint glasklar transparent. Man spricht von einer Anpassung der Dispersionskurven. Beispiele für diese am INM entwickelten Systeme umfassen Beschichtungen für holographische Sicherheitskennzeichnungen, innovative Lichtauskopplung unter Verwendung von Nanobläschen oder Partikeln als Streuzentren sowie hochtransparente Glasfaser Kompositmaterialien für Displays. Ein weiteres Forschungsthema ist die Entwicklung neuartiger Photoresists für die additive Fertigung mittels Zwei-Photonen-Lithographie zur Herstellung Brechwertangepasster optischer Polymere.
Optische Nanoschäume – ultrafeine Bläschen

Optische Nanoschäume – stabile Dispersionen von Gasblasen im Nano- und Submikrometerbereich in transparenten Polymeren – eröffnen Möglichkeiten zur Herstellung neuartiger Gas-Polymer-Nanokomposite. Durch das in den Bläschen eingeschlossene Gas sind leichte Materialien mit theoretisch sehr niedrigen Brechungsindices bei gleichzeitig hoher Transmission und geringer Streuung möglich. Bisher werden diese poröse Materialien (Aerogele, Block-Copolymere oder Schäume) durch Expansion von überkritischem CO2 hergestellt. Der innovative und proprietäre Ansatz des INMs ermöglicht die Erzeugung von Nanobläschen mit Durchmessern um 60 nm in Polymeren. Diese Materialien mit eingeschlossenen, isolierten Nanobläschen könnten unter anderem Anwendung in transparenten Sicherheitskennzeichnungen, für die Lichtauskopplung (beispielsweise im medizinischen Bereich) oder potenziell auch als Antireflexbeschichtungen finden.
Die Erzeugung der Gasbläschen erfolgt durch die Verwendung von Azo-Initiatoren als chemisches Treibmittel im transparenten Momomer. Je nach Anwendung müssen Mischung und Verarbeitungsbedingungen angepasst werden.
Optische Nanoschäume könnten durch gezielte Prozessentwicklung und Parameterkontrolle neuartige Gas-Polymer-Nano-Komposite für transparente Sicherheitsmerkmale liefern. Die Komposite ermöglichen Strukturen mit einer lokalen und allmählichen Abnahme des Brechungsindex. Beschichtungen, die ultrafeine Bläschen in der Prägestruktur enthalten, bleiben transparent, die lineare Maske der Masterprägestruktur ist mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Es erscheint jedoch ein lineares Beugungsmuster, wenn ein rotes Laserlicht durch die Probe geleitet wird. Aus den REM Bildern ist ersichtlich, dass die geprägten Bereiche eine Änderung der Mikrostruktur und der Dichte aufweisen. Ultrafeine Blasen im Bereich von 50-100 nm wurden im oberen Teil der porösen PHEMA-Schicht erzeugt, während im unteren, dichten Bereich keine Blasen zu erkennen sind. Der Brechungsindex reduziert sich von der dichten PHEMA-Einzelschicht (1,51) zur porösen Schicht auf 1,44. Es ist es unmöglich, diese Information mit einer Kamera oder einem Kopiergerät zu kopieren, da die Information aus der inneren Mikrostruktur stammt.
Erste Versuche zeigen, dass Schichten mit eingebetteten, strukturierten Nanobläschen die punktgenaue Lichtauskopplung aus Lichtleitern ermöglichen.

Foto der Sicherheitsmarke mit unsichtbarem optischen Gitter (links), Beugungsmuster (rechts, oben), REM-Aufnahme des Querschnitts der Sicherheitsmarke (rechts, unten)

REM Foto ultrafeiner Bläschen in poly-HEMA

Foto eines blasenhaltigen Gitters, das
durch Zwei-Wellen-Mischung erzeugt wurde

Foto eines mit Poly-HEMA beschichteten Lichtwellenleiters mit Nanoblasen als Lichtauskopplungszentren
Transparente, glasfaserverstärkte Polymere

Glasfasern werden in Kombination mit Polymeren bereits zur Herstellung von transparenten und leichten Werkstoffen, z. B. als Lichtplatten für Bedachungen, genutzt. Durch gezielte Kombination von Nanopartikeln und Monomeren ist es uns gelungen, die Dispersionskurve des Kunststoffmaterials an die optischen Eigenschaften der Glasfasern anzupassen, so dass die Fasern für das menschliche Auge praktisch unsichtbar werden. Diese neuen Materialien besitzen eine hohe Transparenz, kombiniert mit flexibler Formgebung bei geringen Prozesstemperaturen.
Brechwertangepasste optische Polymere
Um Glaskomponenten beispielsweise in Displays, Linsensystemen oder Schutzverglasungen nahtlos und ohne störende optische Beeinträchtigungen miteinander verbinden zu können „Optisches Bonden“, sind Brechwertangepasste optische Kleber, Polymer- bzw. Matrixsysteme essentiell. Jedes Glas weist unterschiedliche optische Eigenschaften auf, deshalb müssen zunächst charakteristische Werte wie Dispersionskurve, Transmission und die Absorptionswerte bestimmt werden. Nur mit Kenntnis dieser Daten kann das passende Polymersystem maßgeschneidert synthetisiert werden. Dafür werden geeignete Monomere kombiniert und mit anorganischen ZrO2-Nanopartikeln dotiert. Brechungsindex und Abbe-Zahl dieser Partikel ermöglichen die maßgeschneiderte Anpassung der Dispersionskurven.
Konventionelle optische Polymere decken nur einen recht engen Bereich an optischen Eigenschaften ab. Dies ist ein limitierender Faktor für das Design polymerbasierter optischer Systeme, wie z. B. Smartphone-Kameras. Zur Überwindung der Limitationen der konventionellen Polymere entwickelten wir in Kooperation mit der Universität Stuttgart Nanotinten, die auf den häufig verwendeten Photopolymeren IP-DIP und IP-S als Polymermatrix und Zirkoniumdioxid (ZrO2)-Nanopartikeln basieren. Wir zeigen, dass der Brechungsindex und die Dispersion dieser Nanotinten durch Variation der Inhaltsstoffe und des Volumenanteils der Nanopartikel gezielt eingestellt werden können. Außerdem demonstrieren wir die Eignung unserer Nanotinten für optische Anwendungen durch 3D-Druck einzelner Mikrolinsen und eines achromatischen Fraunhofer-Doubletts aus mehreren Materialien.
Die Ergebnisse bestätigen, dass unsere Nanokomposite den Bereich der optischen Eigenschaften von polymerbasierten Systemen erweitern und das Design hochwertiger, maßgeschneiderter optischer Materialien ermöglichen.

Aufnahme durch eine gegossene Polymerlinse

Photo of diffractive optical element 3D-printed using two photon polymerization and resist with ZrO2. (Cooperation with K. Weber and H. Gießen from 4th Physics Institute, University of Stuttgart)
Industriekooperationen
Der Programmbereich Optische Materialien ist interdisziplinär aufgestellt und verfügt über langjährige Erfahrungen mit zielführender, kooperativer Forschung und produktorientierter Entwicklung mit Partnern aus Handwerk und Industrie. Forschungsthemen aus der Grundlagenforschung, die sich über entsprechende Marktanalysen als zukunftsfähig erwiesen haben, werden aktiv, z. B. durch Messeauftritte, beworben.
Im Rahmen einer flexiblen Projektstrategie, finanziert sowohl durch Mittel der Industriepartner als auch unter Nutzung öffentlicher Innovationsfinanzierung, z. B. durch die Bundesregierung, werden die grundlegenden Forschungsergebnisse in Kooperation mit den Industriepartnern auf deren besondere Bedürfnisse angepasst und optimiert. Erst diese intensive Kooperation mit industriellen Partnern eröffnet nachfolgende Up-Scaling-Projekte durch das InnovationsZentrum INM.
Projekte
Diffraktive Strukturen für Sicherheitsmerkmale
Diffraktive Optik erlaubt in Form von Hologrammen und verwandten Elementen verblüffende optische Effekte. Da diese leicht zu erkennen, aber schwer nachzuahmen sind, werden derartige Elemente zur Sicherung von Zahlungsmitteln und Dokumenten, aber auch von hochwertigen Industrie- und Verbrauchsgütern gegen Fälschung eingesetzt. Obwohl dieser Ansatz schon seit Jahrzehnten bekannt ist, gelang in mehrjähriger Zusammenarbeit mit der SECTAGO GmbH, einem saarländischen Startup-Unternehmen die Entwicklung einer neuartigen Technologie für diffraktive Sicherheitsmerkmale, die unter Bewegung ein hochdynamisches Verhalten zeigen. Aktuelle Banknoten mit einem auf dieser Technologie basierenden Sicherheitsmerkmal sind seit 2019 im Umlauf.


Entwicklung einer galvanisch verstärkten photochemischen Schichtabscheidung auf lasergeätzten Strukturen in technischen Gläsern
Durch das am INM entwickelte Verfahren der Photometallisierung werden Silberschichten abgeschieden. Diese Vorarbeiten dienten im Rahmen eines Forschungsprojekts als Basis für die Entwicklung eines Prozesses zur galvanischen Abscheidung von Kupfer. Es gelang, mehrere Mikrometer dicke, stark haftende und lötbare Schichten auf verschiedenen technisch relevanten Glassubstraten herzustellen. Die Leitfähigkeit dieser Schichten übersteigt 50 % der Bulk-Leitfähigkeit von Kupfer, so dass z. B. mit 4 µm dicken Schichten Schichtwiderstände von unter 10 mOhm/sq realisiert werden konnten.
Durch lithographische Strukturierung können Leiterbahnmustern mit Strukturbreiten unter 100 µm hergestellt werden.
Das Verfahren ist auch geeignet, Innenwände von Durchgangslöchern, die mit der vom Projektpartner Plan Optik AG entwickelten Laserätztechnik erzeugt werden, zu verkupfern. Dies ermöglicht vollständige Umverdrahtungen auf Glassubstraten und damit die Herstellung glasbasierter Interposer und ähnlicher Baugruppen- und Modulträger für elektronische Komponenten.

Verkupferte Innenwände lasergeätzter Durchgangslöcher
Silbergitter für elektromagnetische Abschirmung bei gleichzeitig hoher Transparenz
Aufbauend auf unsere Arbeiten zur Entwicklung von Touchscreen-Elektroden sollten Silbergitter mit gleichzeitig sehr hoher Leitfähigkeit und hoher optischer Transparenz entwickelt werden, um optische Elemente mit einer elektromagnetischen Abschirmwirkung für Frequenzen bis in den hohen GHz-Bereich zu versehen. Die dafür notwendigen engmaschigen Gitter wurden durch das am INM entwickelte Verfahren der Photometallisierung erzeugt. Die geforderte Leitfähigkeit der Gitter konnte erreicht werden, die gewünschte Transparenz jedoch noch nicht ganz. Weitere Optimierungen hierzu sind Gegenstand laufender Forschungsarbeiten.
Die Abbildungen präsentieren den momentanen Stand: Die Gitter ermöglichen ein sehr klares, transmittiertes Bild.

Fokussierung auf das Metallgitter

Fokussierung in die Ferne
Semitransparentes Metallgitter für elektromagnetische Abschirmung.
Transparent leitfähige Schichten auf Polymerfolien
Im INM wurden im Rahmen eines Forschungsprojektes transparente leitfähige Schichten auf Polymerfolie (z.B. Polycarbonat, PC) entwickelt, die als transparente Elektroden für Touchscreens oder als Heizschichten auf Autoverglasungen verwendet werden können. Zwei grundsätzlich geeignete Methoden wurden analysiert:
– Schichten mit Silber-Nanodrähten (silver nanowires, AgNW)
– Mit Elektro-Spinning hergestellte dünne Polymerfasern, die anschließend nasschemisch metallisch beschichtet werden.
Mit AgNW Schichten werden niedrige Flächenwiderstände von 9 bis 15 Ohm/sq mit einer hohen Transmission im sichtbaren Bereich bis zu 88 % und einer Trübung (Haze) von ca. 2 % bis 6 % erreicht.
Mit elektrogesponnenen Polymerfasern werden nach nasschemischer Metallisierung elektrisch leitfähige, transparente Schichten mit sehr niedrigen Flächenwiderständen von kleiner 5 Ohm/sq, einer hohen Transmission von 90 % im sichtbaren Bereich und einer geringen Trübung von weniger als 2 % realisiert. Diese Schichten können kostengünstig hergestellt werden und bieten daher eine zukunftsträchtige Alternative zu bisher verwendeten transparenten leitfähigen ITO (Zinn-dotierte Indiumoxid) Schichten.
Auf Basis dieser metallisierten, elektrogesponnenen Fasern können auch flexible und dehnbare transparente leitfähige Schichten hergestellt werden.

REM (Rasterelektronen-Mikroskop) Aufnahmen von Elektro-gesponnenen Polymerfasern nach Silberbeschichtung (oben) und von AgNW Schichten (unten). Der Durchmesser der mittels E-spinning hergestellten Polymerfasern beträgt 0,35 µm bis mehrere µm, die Länge ist bis in den cm Bereich. Die AgNW haben einen Durchmesser von 10 nm und eine Länge von ca. 20 µm.
Siebdruckpasten zur Herstellung transparenter, elektrisch leitfähiger Strukturen für Antennen auf Silberbasis
Neue Kraftfahrzeuge, die nach dem 31. März 2018 erstmals in der EU auf den Markt kommen, müssen mit einer Notrufmöglichkeit, der sogenannten „eCall‐Funktion“ ausgestattet sein. Die Antennenstrukturen sollten durch Siebdruck auf die Dreiecksseitenscheiben gedruckt werden. Kommerziell erhältliche Siebdruckpasten erfüllten das hohe Anforderungsprofil nicht. Deshalb wurden im Rahmen des Projektes (ITECA – Integration einer transparenten E-Call-Antenne in eine Fahrzeugscheibe) im Teilprojekt SieTraLeit am INM Siebdruckpasten entwickelt, die reproduzierbar zu transparenten Schichten auf Polycarbonat und Glas gedruckt werden konnten. Zur Herstellung dieser Pasten kamen kommerzielle Silbernanowires mit Längen von ca. 30 µm und kleiner und Durchmessern von 30 bzw. 10 nm zum Einsatz. Die verwendeten Lösemittel orientierten sich an der Rohstoff-Ausschlussliste für Druckfarben und zugehörige Produkte. Das Anforderungsprofil wurde nach Trocknung bei 130°C mit Flächenwiderständen kleiner 5 Ohm/sq und Transmissionen von 75 % erfüllt.

Das Foto vermittelt einen Eindruck der Transparenz, die mit diesen Pasten erreichbar ist.

REM Aufnahme, die das Netzwerk aus den gedruckten Silbernanowires zeigt
Projektpartner: FM Siebdruck Werbung
Design GmbH;https://www.rastersiebdruck.de/
Silver nanowire based screen printing paste for transparent antenna structures
Peter König1, Ingmar Petersen2, Gabriela M. Lana1, Peter W. de Oliveira1
1 INM – Leibniz Institute for New Materials, Optical Materials, 66123 Saarbruecken, Germany; 2 FM Siebdruck Werbung Design GmbH, Research and Development, 71111 Waldenbuch, Germany
Touchsensor auf Polymerfolie
Im Rahmen von Forschungs- und Industrieprojekten entwickelte das INM strukturierte, transparente leitfähige ITO-(Zinn-dotierte Indiumoxid) Schichten auf Polymerfolie (z. B. PET- oder PC-Folie), die als transparente Elektroden für Touchscreens verwendet werden können.
Bisher werden Touchscreens mit gesputterten ITO-Schichten hergestellt, die in einem mehrstufigen Prozess mit Ätzverfahren etc. strukturiert werden, was sehr kostenintensiv ist.
Wir konzipierten aus ITO-Nanopartikeln und einem angepassten Binder Tinten, die in einem einstufigen Prozess, beispielsweise mittels Gravur- oder Inkjetdruck, direkt gedruckt und anschließend mit UV-Licht gehärtet werden können.
Der Flächenwiderstand der ITO-Schichten liegt im Bereich von ca. 1 bis 10 kOhm/sq nach UV-Härtung auf Folien. Niedrigere Werte von ca. 50 Ohm/sq werden nach thermischer Behandlung auf Glassubstraten erreicht.
Die ITO-Schichten haben eine hohe Transmission im sichtbaren Bereich von > 99 %. Durch die geringe Trübung (Haze) von unter 1 % und sind für sie die für kostengünstige Herstellung von Touchscreens prädestiniert.

ITO-Nanopulver, -Dispersion und -Tinte

Herstellung strukturierter ITO-Schichten mit Gravur- bzw. Tiefdruckmaschine Labratester

Tiefdruckplatte, ITO-Nanopulver und -Tinte

Mit Tiefdruck hergestellte ITO-Elektroden für Touchscreens und OLEDs
Optische Sensorik: Entwicklung einer partiell rückstreuenden Beschichtung
Für Anwendungen in optischer Sensorik sollte eine Beschichtung entwickelt werden, die für das menschliche Auge weitgehend transparent, für die Messtechnik jedoch rückstreuend-opak sein sollte. Während die Minimierung der Transmission bei der Messwellenlänge einer Unterlage mit passender spektraler Absorptionscharakteristik überlassen wurde, sollte der Rückstreueffekt durch Pigmente in einer transparenten Überschichtung erreicht werden. Um die Rückstreuung zu maximieren und gleichzeitig die optische Transparenz weitestgehend zu erhalten, entwickelten wir Pigmente als einbettbare Mikro-Retroreflektoren.
Gleichzeitig konnten wir dem Projektpartner eine kosteneffiziente Alternative präsentieren: Wird ein vertretbarer Kompromiss zwischen visueller Transparenz und messtechnisch erfassbarer Rückstreuung akzeptiert, so kann der Einsatz konventioneller Mikropartikeln in optimierter Größe erfolgen.
Beschichtung für Glassubstrate zur Erhöhung der Lichtauskopplung aus OLEDs
Im Anforderungsprofils unseres Projektpartners wurden Schichtdicken von mindestens 3 µm, ein erhöhter Brechungsindex von ca. 1,8 (ähnlich ITO) und eine kurzzeitige Temperaturstabilität bis 250 °C festgelegt. Die entwickelte Schicht sollte rissfrei sein, keine Peakrauhigkeit aufweisen, während der anschließenden ITO-Beschichtung nicht ausgasen und farbstabil sein. Projektbegleitende Simulationen der Partner ermöglichten eine maßgeschneiderte Anpassung der notwendigen Spezifikationen. So konnte auch dem Wunsch nach Beschichtungen mit Streupartikeln entsprochen werden. Die geforderte niedrige Rauigkeit wurde durch ein Glättungssol erzielt. Zum Projektabschluss standen 2 Beschichtungssole mit Brechungsindices zwischen 1,7 und 1,75 sowie kurzfristiger Beständigkeit bei 220 °C und 250 °C zur Verfügung.
Mit den entwickelten Solen wurden diverse Substrate des Industriepartners beschichtet. Laborversuche bestätigten die gewünschte Verbesserung der Lichtauskopplung.

REM-Aufnahme eines Schichtquerschnitts einer
Lichtauskopplungsschicht mit SiO2-Streupartikeln
Herstellungsverfahren für Antennenstrukturen auf Silberbasis
Verschiedene Methoden zur Herstellung hochleitfähiger Schichten wurden im Hinblick auf die Anwendung in Antennenstrukturen untersucht. Die Kosten sollten dabei durch eine direkte Strukturierung während der Abscheidung, sowie durch eine geringe Schichtdicke möglichst niedrig gehalten werden. In ersten Versuchen mit dem am INM entwickelten Verfahren der Photometallisierung gelang es dabei, den Anforderungen entsprechende Schichtwiderstände von unter 300 mOhm/sq mit Schichtdicken im Bereich von 100 nm zu erreichen.
Alternativ wurde der Einsatz der verfügbaren Drucktechnologien des Projektpartners eruiert. Modifizierte, literaturbekannte Tintenformulierungen in Verbindung mit Gravurdruck erzielten ebenfalls hohe Leitfähigkeiten bei verkürzten Prozesszeiten, allerdings mit dem Nachteil eines höheren Materialeinsatzes.
Optische Filter: Transparente neutralgraue Schichten auf Glas
Optische Filter für Kamerasysteme werden standardmäßig aus gefärbtem oder beschichtetem Glas unter Verwendung aufwendiger Vakuumverfahren (CVD, PVD) hergestellt. Dieses Projekt realisierte in Kooperation mit unserem Industriepartner die Herstellung und Applikation neutralgrauer, transparenter Beschichtungen mit niedriger Trübung und gleichmäßigen Transmissionswerten in dem für das Auge besonders empfindlichen Wellenlängenbereich von 450-650 nm auf Glas. Das Verfahren der nasschemischen Beschichtung mit Sol-Gel unter Verwendung farbiger Nanopartikel ist kostengünstig und einfach.

Filter mit neutralgrauer transparenter Beschichtung auf Glasscheiben (Transmission 65% – 2,5%)
Neutral photochromes intraokulares Implantat (IOL)
Die moderne Kataraktchirurgie ermöglich den Austausch der getrübten Linse durch ein intraokulares Kunststoffimplantat – allerdings bleibt eine erhöhte Blendempfindlichkeit zurück. Wir entwickelten ein reversibel neutral photochromes Material, geeignet für flexible und faltbare Intraokularlinsen (IOLs) zur automatischen, dynamischen Helligkeitsregulierung nach Kataraktoperationen. Unter Beachtung der Biokompatibilität wurden breitbandig-absorbierende Pyrane nachträglich über das Thermotransferverfahren, oder direkt während der Polymerisation über das Massefärbeverfahren eingearbeitet. Das Ausgangsmaterial beschränkte sich auf quellfähige, hydrophile Acrylatsysteme. Beim Massefärben führten thermische Co-Polymerisationen zu hochwertigen photochromen Formkörpern, die beim Projektpartner über etablierte mechanische Produktionsprozesse zu IOLs verarbeitet wurden. Nach dem Aufquellen des Materials ist der photochrome Effekt noch intensiver als im Trockenzustand. Die grundlegende Eignung des Materials wurde gezeigt. Weitere Materialoptimierung und Anpassung der Langzeitstabilität des photochromen Effekts stehen noch aus.

IOL vor einem Auge

Reversible photochrome IOLs: Vergleich einer trockenen, nicht UV-aktivierten, photochromen IOL (links) mit einer gleichen, aber aufgequollenen und UV-aktivierten, photochromen IOL (rechts)
Projektpartner
ZIM-Koop-Projekt
Träger AIF Projekt GmbH
Förderkennzeichen KF2024304MD2
Sensorsysteme auf Basis optisch schaltender Dünnfilme

Änderung der optischen Transmission (grüne Linie) bei der Wellenlänge im Maximum der Absorptionsbande im Vergleich mit der H2S-Konzentration (blaue Linie) über die Zeit
Gesamtprojekt: „Neuartige Sensorsysteme auf der Basis optisch schaltender Dünnfilme für die Überwachung regenerativ erzeugter Gase“ – OptoSensor
Träger und Fördernummer: ZIM (BMWi PT AiF)
Förderkennzeichen: KF2024307CL3
Diffusionsbarriere und Natriumionen-spendende flexible Sol-Gel-Schicht für CIGS-Solarzellen
Österreichische Betriebe forschten und arbeiteten zusammen mit dem INM an Innovationen im Bereich von CI(G)S basierten Dünnschichtsolarzellen. Der Arbeitsbereich des INM adressierte die wesentlichen, technologischen Hürden wie z. B. Korrosionsschutz und elektrische Isolation mit glasartigen Schutzschichten, Flexibilität der beschichteten Stahlfolien, Haftung der Multilayers auf glasartigen Schichten bei CI(G)S und Applikationstechniken, mit dem Ziel, diese Innovationen langfristig zu etablieren und zu evaluieren.
Insgesamt umfasste SynerCIS alle technologischen Problembereiche entlang der Wertschöpfungskette: Von der Herstellung bisher fehlender Halbzeuge über die Entwicklung von Anlagen für den eigentlichen CIGS Absorber, der Entwicklung von neuartigen, flexibel fertigbaren Solarzellen bis hin zur Evaluierung der Technologien in neuen, bisher nicht realisierten, flexiblen PV-Applikationen (gebogene Geometrien oder z.B. Rücksäcke, Anoraks, Kapuzen für Outdoor).
In weiterführenden, bilateralen Kooperationen mit dem Projektpartner konnte die Beschichtung hinsichtlich Haftung, Pinholefreiheit und Sinterzeit weiter optimiert werden.

Flexible, glasartige Beschichtung auf Stahlfolie für Dünnschichtsolarzellen
Synergizing Austrian breakthrough innovations for CI(G)S solar cells
Träger und Fördernummer
Programm: Energy Mission Austria
Ausschreibung: e!MISSION 2012 1.AS (Förderungen)
Projektnummer: 840706
eCall-Nummer: 3686164
Link Abschlussbericht: https://energieforschung.at/wp-content/uploads/sites/11/2020/12/PublizierbarerEndbericht-SynerCIS.pdf
Erhöhung der Oberflächenspannung von Transformatorblechen
Ziel des Projektes war die Verdoppelung der Oberflächenspannung von dünnen, mit Mg2SiO4 (Forsterit) vorbehandelten Stahlblechen, die zu mehreren Dutzend englagig angeordnet in Trafos verwendet werden und störende Vibrationen aufweisen. Weitere Anforderungen an die optisch ansprechende Beschichtung waren Korrosionsschutz, elektrische Isolation und Biegbarkeit bis zu einem Radius von 1 cm.
Sowohl mit reiner Natriumsilikat-Beschichtung als auch mit Siliziumkarbid- oder Titannitrid-Zusatz wurden die gewünschten Eigenschaften erreicht. Die Oberflächenspannung konnte auf 0,7 kg/mm2 gesteigert werden, elektrische Isolation war durch die glasartige Schicht ebenso gegeben wie Korrosionsschutz und die Biegbarkeit von Blech mit Schicht ohne Rissbildung (Mandrel-Test). In einem Folgeprojekt konnte die Beschichtung weiter verbessert und durch Titandioxid-Zusatz sogar auf eine sehr kostengünstige Variante umgestellt werden.

Transparente und biegbare anorganische Beschichtung auf dünnem Forsterit-Stahlblech (links: Mandrel-Test)
Einschichtige Antireflexionsbeschichtung hochgekrümmter Plankonvexlinsen
Antireflexionsschichten (AR) erhöhen den Transmissionsgrad des Substrats oder mit anderen Worten: AR verringern den Reflexionsgrad des Substrats. Herkömmliche Methoden zur Herstellung dieser Beschichtungen sind aufwendige und kostspielige PVD- und CVD-Verfahren. Wir entwickelten für unseren Projektpartner eine nasschemische Methode zur Herstellung von AR-Schichten auf hochgekrümmten, plankonvexen Linsen. Unter Verwendung von SiO2– und TiO2-Nanopartikeln können mittels Sol-Gel-Verfahren ein- und mehrschichtige AR-Beschichtungen auf unterschiedlichen Substraten wie Glas, Kunststoffplatten oder Folien appliziert werden. Abhängig von der Form des Substrats gibt es verschiedene Beschichtungsmethoden wie z. B. Tauchbeschichtung oder Spin-Coating. Die AR-Schichten werden nach einer thermischen Aushärtung von 90 °C (für Kunststoffsubstrate) bis 450 °C (für Glassubstrate) kratzfest. Das Foto zeigt zwei Plankonvexlinsen: unbeschichtet (links) und (rechts) eine mit Spin coating aufgebrachte einschichtige AR-Beschichtung. Das von der beschichteten Linse reflektierte Umgebungslicht ist abgeschwächt und blauverschoben, da in diesem Fall die AR-Wirkung auf den roten Spektralbereich zentriert ist, wie in Abb. 2 gezeigt. Eine Erhöhung des Transmissionsgrades bzw. eine Verringerung des Reflexionsgrades zeigt sich in der UV-VIS-Messung in Abb. 2 und 3.

Abb. 1: Unbeschichtete Plankonvexlinse (links im Foto) und AR-beschichtete Linse (rechts im Foto)

Abb. 2: Reflexion der unbeschichteten Plankonvexlinse (schwarz) und der AR-beschichteter Linse (rot)

Abb. 3: Transmission der unbeschichteten Plankonvexlinse (schwarz) und der AR- beschichteten Linse (rot)
Downloads
- Handout: Photometallisierung – Neue Touchscreens
- Handout: Transparentes glasfaserverstärktes Polymer
- Handout: Diffusionsbarriere- und Natriumionen-spendende flexible Sol-Gel-Schicht für CIGS-Solarzelle
- Handout: Elektrogesponnene flexible transparente Elektroden
- Handout: Gedruckte transparente leitfähige Oxidschichten und StrukturenHandout_E-Spinning_en_2022
- Handout: E-Spinning Poster (englisch)
Publikationen
Al-Dahoudi, Naji | Al-Kahlout, Amal | Oliveira, Peter William de
DOI:
Thin films of Transparent Conducting Oxide (TCO) using Aluminum and Galium doped Zinc Oxide (AZO and GZO) nanoparticulate suspension were doposited via simple wet chemichal deposition technique on borosilicate glass substrate. The electrical properties of the obtained films are competitive with similar layers made of tin doped indium oxide (ITO) suspension. GZO nanoparticles have smaller grain size and higher BET surface area than the AZO one. The GZO layers show better electrical conductivity than the AZO one, where a denser layer was obtained with higher charge carrier concentration and mobility. The obtained results are competitive to the reported result of tin doped indium oxide based on the similar method. Although the number of charge carriers of the metal doped zinc oxide layers are still not in a level to be replaced by ITO coatings, however it has larger charge carrier mobility, which is an emerging step to be developed to enhance the electrical conductivity of such cost effective materials. Both GZO and AZO layers exhibit a high transparency in the visible region for greater than 87%.
Asad, J. | Shaat, S. K. K. | Musleh, H. | Shurrab, N. | Issa, A. | Lahmar, Abelilah | Al-Kahlout, Amal | Al-Dahoudi, Naji
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In this work, easy and simple structured perovskite solar cells (PSCs) are designed and characterized. Our effort was to reduce the cost of the fabrication of such PSC devices, first by using an inexpensive starting precursor (aqueous methylamine solution) for the perovskite materials and second by design in a PSC structure free of the expensive hole transport layer (HTL). The CH3NH3PbI3 perovskite sols were deposited onto a conductive FTO glass using the spin coating technique followed by heating at 100 °C for 10 min. The structure of the films was characterized by X-ray diffraction (XRD) and their optical properties by UV–VIS spectrophotometry and photoluminescence (PL). The obtained phase confirmed the formation of a tetragonal perovskite structure. Two different solvents have been used, dimethylformamide (DMF) and dimethyl sulfoxide (DMSO). The effect of the type and the concentration of the used solvent DMF and DMSO on the performance of the solar cells have been investigated. It was found that a 40% concentration of the perovskite material resulted in the optimum film thickness that gives the best photoelectric performance. The DMF-based PSC assembled solar cell exhibited the best performance with an open circuit voltage of 750 mV, a photocurrent density of 12.5 mA/cm2, and an overall photon to electric conversion efficiency of 5.7%; all these results are higher than those of cells made with DMSO.
Koushki, E. | Esmaili, M. | Jafari Mohammadi, S. A. | Oliveira, Peter William de
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We propose a novel optical effect that involves switching the nonlinear refractive index of colloids and solutions by applying an external field. The third-order nonlinear optical properties of the colloidal aluminum-doped zinc oxide nanoparticles were studied using the z-scan technique by employing a polarized continuous-wave laser beam. To produce the anisotropic effect in the nanocolloids, an external electric field was applied. The nonlinear refraction index switches from minus values to positive ones as the magnitude of the electric field increases. Enhancement of linear and nonlinear absorption coefficients due to the amplitude of the electric field confirms potential application of the colloidal nanoparticles for optical switches. This phenomenon was described theoretically using the re-orientation effect and birefringence of the media. This effect could be interesting for application in nonlinear optical devices and sensors.
Serkov, A. A. | Snelling, H. V. | Heusing, Sabine | Amaral, T. Martins
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Tin doped indium oxide (ITO) thin films provide excellent transparency and conductivity for electrodes in displays and photovoltaic systems. Current advances in producing printable ITO inks are reducing the volume of wasted indium during thin film patterning. However, their applicability to flexible electronics is hindered by the need for high temperature processing that results in damage to conventional polymer substrates. Here, we detail the conditions under which laser heating can be used as a replacement for oven and furnace treatments. Measurements of the optical properties of both the printed ITO film and the polymer substrate (polyethylene terephthalate, PET) identify that in the 1.5–2.0 μm wavelength band there is absorption in the ITO film but good transparency in PET. Hence, laser light that is not absorbed in the film does not go on to add a deleterious energy loading to the substrate. Localization of the energy deposition in the film is further enhanced by using ultrashort laser pulses (~1 ps) thus limiting heat flow during the interaction. Under these conditions, laser processing of the printed ITO films results in an improvement of the conductivity without damage to the PET.
Shaat, S.K.K. | Musleh, H. | Zayed, H. | Tamous, H. | Issa, A. | Shurrab, N. | Asad, J. | Mousa, A. | Abu-Shawish, M. | Abu-Shawish, M. | Al-Dahoudi, Naji
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ZnO nanoparticles (NPs) were synthesized using solution combustion method with different urea percent (UP) i.e. U1, U2, U3 and U4. The obtained ZnO NPs were characterized using X-ray diffraction (XRD), high-resolution transmission electron microscope (HR-TEM), UV–Vis spectroscopy and photoluminescence spectroscopy (PL). XRD analysis confirmed the wurtzite structure of the prepared ZnO NPs and the estimated average crystallite size reduced from 28.03 nm to 17.33 nm with increasing of UP. HR-TEM image showed an irregular spherical shape for the prepared ZnO NPs. The absorption spectra analysis exhibited that the optical energy band gap (Eg) for the ZnO NPs increased with increasing of UP from 2.84 eV to 3.13 eV. Two groups (I and II) of dye sensitized solar cell (DSSCs) device based on the synthesized ZnO NPs were fabricated. In group I, 0.32 mM Eosin B (EB) used as photosensitizer for the samples U1, U2, U3 and U4, which showed that the overall conversion efficiency (η) increased from 0.09% to 0.13%, under a light intensity of 100 mW/cm2 due to the increasing of UP. Group II, different photosensitizer EB, Eosin Y (EY) and Rhodamine B (RB) used to sensitized the U4, where the EY exhibited the best all of them. The conversion efficiency presented a significant improvement from 0.13 to 1.26%. The combustion method can be considered as a promising method to produce good photoanode semiconductors such ZnO subsequently increase the efficiency of the solar cell.
Purtov, Julia | Verch, Andreas | Rogin, Peter | Hensel, René
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Natural functional surfaces often rely on unique nano- and micropatterns. To mimic such surfaces successfully, patterning techniques are required that enable the fabrication of three-dimensional structures at the nanoscale. It has been reported that two-photon polymerization (TPP) is a suitable method for this. However, polymer structures fabricated by TPP often tend to shrink and to collapse during the fabrication process. In particular, delicate structures suffer from their insufficient mechanical stability against capillary forces which mainly arise in the fabrication process during the evaporation of the developer and rinsing liquids. Here, we report a modified development approach, which enables an additional UV-treatment to post cross-link created structures before they are dried. We tested our approach on nanopillar arrays and microscopic pillar structures mimicking the moth-eye and the gecko adhesives, respectively. Our results indicate a significant improvement of the mechanical stability of the polymer structures, resulting in fewer defects and reduced shrinkage of the structures.
Dörr, Tobias S. | Fleischmann, Simon | Zeiger, Marco | Grobelsek, Ingrid | Oliveira, Peter William de | Presser, Volker
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Abstract Free standing, binder free, and conductive additive free mesoporous titanium dioxide/carbon hybrid electrodes were prepared from co‐assembly of a poly(isoprene)‐block‐poly(styrene)‐block‐poly(ethylene oxide) block copolymer and a titanium alkoxide. By tailoring an optimized morphology, we prepared macroscopic mechanically stable 300 μm thick monoliths that were directly employed as lithium‐ion battery electrodes. High areal mass loading of up to 26.4 mg cm−2 and a high bulk density of 0.88 g cm−3 were obtained. This resulted in a highly increased volumetric capacity of 155 mAh cm−3, compared to cast thin film electrodes. Further, the areal capacity of 4.5 mAh cm−2 represented a 9‐fold increase compared to conventionally cast electrodes. These attractive performance metrics are related to the superior electrolyte transport and shortened diffusion lengths provided by the interconnected mesoporous nature of the monolith material, assuring superior rate handling, even at high cycling rates.
Dörr, Tobias Sebastian | Deilmann, Leonie | Haselmann, Greta | Cherevan, Alexey | Zhang, Peng | Blaha, Peter | Oliveira, Peter William de | Kraus, Tobias | Eder, Dominik
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Abstract Pure and Nb-doped TiO2 photocatalysts with highly ordered alternating gyroid architecture and well-controllable mesopore size of 15 nm via co-assembly of a poly(isoprene)-block-poly(styrene)-block-poly(ethylene oxide) block copolymer are synthesized. A combined effort by electron microscopy, X-ray scattering, photoluminescence, X-ray photoelectron spectroscopy, Raman spectroscopy, and density functional theory simulations reveals that the addition of small amounts of Nb results in the substitution of Ti4+ with isolated Nb5+ species that introduces inter-bandgap states, while at high concentrations, Nb prefers to cluster forming shallow trap states within the conduction band minimum of TiO2. The gyroidal photocatalysts are remarkably active toward hydrogen evolution under UV and visible light due to the open 3D network, where large mesopores ensure efficient pore diffusion and high photon harvesting. The gyroids yield unprecedented high evolution rates beyond 1000 µmol h−1 (per 10 mg catalyst), outperforming even the benchmark P25-TiO2 more than fivefold. Under UV light, the Nb-doping reduces the activity due to the introduction of charge recombination centers, while the activity in the visible triple upon incorporation is owed to a more efficient absorption due to inter-bandgap states. This unique pore architecture may further offer hitherto undiscovered optical benefits to photocatalysis, related to chiral and metamaterial-like behavior, which will stimulate further studies focusing on novel light–matter interactions.
Dörr, Tobias S. | Pelz, Alexander | Zhang, Peng | Kraus, Tobias | Winter, Martin | Wiemhöfer, Hans-Dieter
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Abstract In searching for polymer‐based electrolytes with improved performance for lithium ion and lithium metal batteries, we studied block copolymer electrolytes with high amounts of bis(trifluoromethane)sulfonimide lithium obtained by macromolecular co‐assembly of a poly(isoprene)‐block‐poly(styrene)‐block‐poly(ethylene oxide) and the salt from tetrahydrofuran. Particularly, an ultra‐short poly(ethylene oxide) block of 2100 g mol−1 was applied, giving rise to 2D continuous lamellar microstructures. The macroscopic stability was ensured with major blocks from poly(isoprene) and poly(styrene), which separated the ionic conductive PEO/salt lamellae. Thermal annealing led to high ionic conductivities of 1.4 mS cm−1 at 20 °C with low activation energy and a superior lithium ion transference number of 0.7, accompanied by an improved mechanical stability (storage modulus of up to 107 Pa). With high Li:O ratios >1, we show a viable concept to achieve fast Li+ transport in block copolymers (BCP), decoupled from slow polymer relaxation.
Jilavi, Mohammad H. | Mousavi, Sayed Hadi | Müller, Thomas S. | Oliveira, Peter William de
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Anti-reflection and photocatalytic properties are desirable for improving the optical properties of electronic devices. We describe a method of fabrication a single-layer, anti-reflective (AR) thin film with an additional photocatalytic property. The layer is deposited on glass substrates by means of a low-cost dip-coating method using a SiO2-TiO2 solution. A comparative study was undertaken to investigate the effects of TiO2 concentrations on the photocatalytic properties of the film and to determine the optimal balance between transmittance and photocatalysis. The average transmittance increases from T = 90.51% to T = 95.46 ± 0.07% for the wavelengths between 380 and 1200 nm. The structural characterization indicated the formation of thin, porous SiO2-TiO2 films with a roughness of less than 7.5 nm. The quality of the samples was evaluated by a complete test program of the mechanical, chemical and accelerated weathering stability. This results open up new possibilities for cost-effective AR coatings for the glass and solar cell industries.









