Wie könnten Medikamente künftig genau dort produziert werden, wo der Körper sie benötigt? Ein interaktives Exponat auf der MS Wissenschaft zeigt das Potenzial lebender therapeutischer Materialien. Beim Halt des Ausstellungsschiffs in Mainz haben wir die Ausstellung besucht und fotografisch begleitet.
Im Wissenschaftsjahr 2026 ist die MS Wissenschaft mit rund 30 Mitmach-Exponaten zum Thema „Medizin der Zukunft“ unterwegs. Mit an Bord ist das Exponat „Lebende Materialien im Einsatz: Medikamentenproduktion direkt am Wirkort“. Es basiert auf Forschungsarbeiten des INM und des Leibniz-WissenschaftsCampus „Living Therapeutic Materials“. Zusätzlich wird es durch das DFG-Schwerpunktprogramm 2451 unterstützt.
Im Mittelpunkt steht eine Idee, die zunächst wie Science-Fiction klingt: Lebende Zellen werden in Materialien eingebettet und übernehmen dort die Funktion winziger Biofabriken. Sie produzieren therapeutische Wirkstoffe und geben diese direkt an ihre Umgebung ab. Anschaulich vermittelt wird dieses Prinzip anhand einer „lebenden Kontaktlinse“, die Wirkstoffe über längere Zeit an der Augenoberfläche bereitstellen könnte.
An einer weiteren Station erfahren Besucherinnen und Besucher, wie solche Materialien künftig auch an der Haut oder im Darm eingesetzt werden könnten. Die eingebetteten Zellen sollen so programmiert werden, dass sie Krankheitssignale erkennen und daraufhin gezielt Wirkstoffe produzieren. So könnten Therapien individueller, bedarfsgerechter und ressourcenschonender werden.
Beim Mainzer Halt konnten Interessierte das Exponat selbst ausprobieren und mit den Forschenden hinter dem Projekt ins Gespräch kommen. Bis lebende therapeutische Materialien medizinisch eingesetzt werden können, sind noch Fragen zur Langzeitstabilität, Steuerbarkeit und Sicherheit zu klären. Erste Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass eingebettete Zellen über längere Zeit funktionsfähig bleiben und Wirkstoffe freisetzen können.
Die MS Wissenschaft ist noch bis Ende September 2026 unterwegs. Der Eintritt ist frei.











