Am 31. März 2026 wurde Viktor Zaverkin zum Junior-Professor für Datengetriebenes Materialdesign an der Universität des Saarlandes ernannt. Er wird künftig Forschung und Lehre in diesem Bereich an der Fakultät für Mathematik und Informatik vertreten. Mit der gemeinsamen Berufung durch die Universität des Saarlandes, das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien und das DFKI – Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz entstehen neue Synergien am Campus, die Materialwissenschaft, Informatik und Künstliche Intelligenz enger miteinander verbinden.
Viktor Zaverkin entwickelt Methoden des maschinellen Lernens, die Materialien und Moleküle am Computer präziser beschreiben sollen als bisher. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf sogenannten maschinell erlernten interatomaren Potenzialen (Machine-Learned Interatomic Potentials, MLIP). Diese Modelle verbinden die Effizienz klassischer Simulationen mit der Genauigkeit quantenmechanischer Berechnungen und gelten als Schlüsseltechnologie für das Materialdesign der Zukunft.
Auf dieser Basis lassen sich Materialien atomgenau simulieren – deutlich größer und über längere Zeiträume, als dies bislang möglich war. Dadurch können Forschende realitätsnahe Fragen etwa zur Entwicklung neuer Werkstoffe oder zum Verständnis atomarer Prozesse untersuchen, ohne aufwendige Experimente durchführen zu müssen.
Mit seinem Ansatz bringt Zaverkin, der am INM in Kooperation mit dem DFKI eine neue Forschungsgruppe Datengetriebenes Materialdesign leiten wird, moderne KI-Verfahren gezielt in die Materialforschung ein, um so die Entwicklung innovativer Materialien zu beschleunigen. Für den Saarbrücker Campus bedeutet dies einen weiteren Schritt hin zu einer enger vernetzten und interdisziplinär arbeitenden Forschungslandschaft.
Kurzbiographie
Dr. Viktor Zaverkin wurde in der Ukraine geboren und lebt seit 2014 in Deutschland. Er studierte Materialwissenschaften an der Universität Stuttgart, wo er 2019 den Masterabschluss erwarb und 2022 promovierte. Anschließend forschte er an der Universität Stuttgart als Postdoktorand. Ab dem Jahr 2023 war er zunächst als Gastwissenschaftler und anschließend bis März 2026 als Wissenschaftler bei NEC Laboratories Europe tätig.

