INM vermittelt in Namibia materialwissenschaftliches Know-how für mehr Wirtschaftskraft

INM und giz starten zusammen mit der Universität von Namibia (UNAM) ein materialwissenschaftliches Projekt. Die Kooperation will beispielhaft an Akazienhölzern aufzeigen, wie solche Biomasse genutzt werden kann, um nachhaltige, feuerfeste Baumaterialien herzustellen.

Das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien und das Saarland-Landesbüro der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) starten zusammen mit der Universität von Namibia (UNAM) ein materialwissenschaftliches Projekt. Die Kooperation soll es ermöglichen, die lokal verfügbaren natürlichen Ressourcen in Namibia zu analysieren und als Grundlage für neue Materialien zu verwenden. Das Gesamtvolumen von über 600.000 Euro wird gemeinsam von Bund und Land finanziert. Langfristiges Ziel ist es, ein materialwissenschaftliches Institut vor Ort an der UNAM aufzubauen.

Beispielhaft soll an Akazienhölzern aufgezeigt werden, wie solche Biomasse genutzt werden kann, um nachhaltige, feuerfeste Baumaterialien herzustellen. In Namibia sind Akazien im Überfluss vorhanden und haben sich inzwischen zu einem ökologischen Problem entwickelt.

„Um einen Naturstoff in ein wirtschaftlich gewinnbringendes Material zu verwandeln, sind viele unterschiedliche Kompetenzen notwendig“, erklärt Günter Weber, Kaufmännischer Geschäftsführer des INM. Dies beginne bei der Analyse der unterschiedlichen Hölzer und führe über die eigentliche Werkstoff- und Produktentwicklung hin zur Vermarktung möglicher Produkte. Auch administrative Hürden müssten bewältigt werden, um ein derartiges Material zur Marktreife zu bringen. In diesem Zusammenhang stelle das INM Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote im Bereich der Materialwissenschaften bereit und vermittle auch betriebswirtschaftliche Expertise zum Aufbau eines eigenen Instituts an der UNAM.

Die erforderliche Kompetenz soll den Partnern in Namibia unter anderem durch mehrtätige Workshops, wechselseitige Expertenaufenthalte, Feldbegehungen und Lerncafés über den Projektzeitraum von zunächst zwei Jahren nahe gebracht werden.

„Die Inhalte des Projektes decken sich mit den Schwerpunkten des Saarlandes zur Förderung der Internationalisierung und Innovation als Motor für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit“, so Jürgen Barke, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Es sei daher auch das Ziel, über den bereits bestehenden regelmäßigen Austausch zwischen dem saarländischen Wirtschaftsministerium und der namibischen Regierung hinaus eine strategische Partnerschaft im Bereich Wirtschaft und Technologietransfer zu entwickeln.

David Robert, Leiter des GIZ Landesbüro Saarland, erklärt: „Die Kooperation mit Namibia ist ein gutes Beispiel, wie durch das vom BMZ initiierte Bund-Länder Programm deutsche Institutionen und deren Kompetenzen für Herausforderungen einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung genutzt werden können. Dieses Projekt fügt sich gut in die Entwicklungsagenda 2030 ein, die die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern an globalen Herausforderungen unterstützt.“

Hintergrund:

Das Projekt „NaMIComp – Namibia Material Institute Competence Development“ wird gemeinsam vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr finanziert und ist zunächst auf eine Laufzeit von zwei Jahren angelegt.

Das INM erforscht und entwickelt Materialien – für heute, morgen und übermorgen. Chemiker, Physiker, Biologen, Material- und Ingenieurwissenschaftler prägen die Arbeit am INM. Vom Molekül bis zur Pilotfertigung richten die Forscher ihren Blick auf drei wesentliche Fragen: Welche Materialeigenschaften sind neu, wie untersucht man sie und wie kann man sie zukünftig für industrielle und lebensnahe Anwendungen nutzen? Dabei bestimmen vier Leitthemen die aktuellen Entwicklungen am INM: Neue Materialien für Energieanwendungen, Neue Konzepte für medizinische Oberflächen, Neue Oberflächenmaterialien für tribologische Systeme sowie Nano-Sicherheit und Nano-Bio. Die Forschung am INM gliedert sich in die drei Felder Nanokomposit-Technologie, Grenzflächenmaterialien und Biogrenzflächen. Das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien mit Sitz in Saarbrücken ist ein internationales Zentrum für Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt für Unternehmen in aller Welt. Das INM ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und beschäftigt rund 220 Mitarbeiter.