Eduard Arzt hält Distinguished Lecture an University of Illinois

Eduard Arzt hält heute die diesjährige Distinguished Soo Lecture im Department of Mechanical Science and Engineering an der University of Illinois at Urbana Champaign. Die Universität, die zu den führenden Institutionen auf dem Gebiet der Materialwissenschaft zählt, ehrt jedes Jahr einen prominenten Wissenschaftler mit der Einladung zu diesem Festvortrag.

Mit seinem Vortrag über bioinspirierte Oberflächenstrukturen und deren Simulation für neue Eigenschaften ist er der 19. Yunchuan Aisinjioro-Soo Distinguished Lecturer und der erste aus Übersee. Arzt folgt mit seiner Teilnahme bedeutenden Materialwissenschaftlern wie zum Beispiel Huajian Gao und Lambert B. Freund (beide Brown University, Rhode Island, USA) sowie Mildred S. Dresselhaus (Massachusetts Institute of Technology, Massachusetts, USA).

In seinem Vortrag wird der Wissenschaftliche Geschäftsführer des INM einen Überblick über die aktuellen Ergebnisse der Forschung zu Geckostrukturen geben. Dazu gehören experimentelle und theoretische Entwicklungen zum Einfluss von Größe, Form und Längenverhältnissen der Mikrostrukturen auf deren Eigenschaften, insbesondere auf die Haftung. Aufgrund der Van-der-Waals-Kräfte ist diese reversibel, rückstandslos und lässt sich sogar im Vakuum schalten. Neuere Entwicklungen betreffen die Wechselwirkung und Haftung mikrostrukturierter Oberflächen auf Gewebe und Haut. Aufgrund dieser Arbeiten steht die Gecomer®-Technologie des INM derzeit an der Schwelle zur Vermarktung für verschiedenste Anwendungen – von der Robotik und Mikroelektronik bis zur Biomedizin.

Die jährliche Soo-Lecture wurde 1992 von Professor Shao Lee Soo und seiner Frau Hermia ins Leben gerufen. Damit wollen sie das Andenken an seine Mutter, Yunchuan Aisinjioro-Soo (1899-1991) aufrechterhalten. Sie glaubte unerschütterlich daran, dass der Schlüssel für ein Vorankommen der Gesellschaft in der Erziehung und Bildung der Kinder liegt.

Das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien mit Sitz in Saarbrücken ist ein internationales Zentrum für Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt für Unternehmen in aller Welt. Die Forschung am INM gliedert sich in die drei Felder Nanokomposit-Technologie, Grenzflächenmaterialien und Biogrenzflächen. Vier Leitthemen bestimmen dabei die aktuellen Entwicklungen: Neue Materialien für Energieanwendungen, Neue Konzepte für medizinische Oberflächen, Neue Oberflächenmaterialien für tribologische Systeme sowie Nano-Sicherheit und Nano-Bio.

Das INM ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und beschäftigt rund 220 Mitarbeiter.