Bioinspired materials

07. June 2016 - 08. June 2016,

Materialien nach dem Vorbild der Natur: Workshop „Engineering of bio-Inspired Materials“ lockt am 7. bis 8. Juni internationale Koryphäen ins Saarland.

In einem zweitägigen Spitzenworkshop versammelt das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien internationale Koryphäen aus der Materialwissenschaft. Über hundert Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen diskutieren über neueste Erkenntnisse zu Materialien, die nach dem Vorbild der Natur funktionieren, und über deren industrielle und medizinische Anwendungen. Geladene Redner sind unter anderem Forscher renommierter Institutionen wie des Weizmann Instituts in Israel, der University of Cambridge und des Max-Planck-Insituts für Intelligente Systeme sowie führender amerikanischer Universitäten wie der Harvard University, der Stanford University und der University of California. Die Veranstaltung findet am 7. und 8. Juni in der Aula der Universität des Saarlandes statt.

Mit dem Workshop Engineering of bioinspired materials bekräftigt das INM seine Forschung auf dem Gebiet moderner funktioneller Oberflächen und Mikrostrukturen. Darin entwickelt das INM dreidimensionale Strukturen und Oberflächen, die auf verschiedensten Untergründen rückstandslos haften und deren Funktionen sich durch äußere Reize an- und ausschalten lassen. Eduard Arzt, Wissenschaftlicher Geschäftsführer am INM, erhielt dafür vor zwei Jahren einen Advanced Grant des European Research Council (ERC) in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Der Workshop findet im Rahmen dieses Advanced Grants „Switch2Stick“ statt.

Während des Workshops erörtern Forscherinnen und Forscher zum einen, welche Beschaffenheit pflanzliche oder tierische Oberflächenstrukturen haben und wie sich diese mit künstlichen Materialien nachahmen lassen. „Der Blick auf die Natur ist von großer Bedeutung für die moderne Materialwissenschaft, aber auch für aktuelle industrielle Entwicklungen geworden“, erklärt Professor Arzt. „Dadurch haben sich neue Konzepte ergeben, die in der Robotik, dem Transportwesen, der Produktionstechnik, aber auch in die Medizin Eingang finden.“ Die Vorträge überspannen einen breiten Themenkreis von Materialvorbildern in Meeresbewohnern über Pflanzenmodelle aus dem Botanischen Garten bis zu neuen 3D-Mikroarchitekturen, Grundlagen moderner Kosmetikprodukte und „Soft Machines“. Eine zentrale Rolle spielen haarförmige (fibrilläre) Oberflächenstrukturen, wie sie im INM derzeit unter dem Markennamen Gecomer® für verschiedenste Industriebereiche entwickelt werden.

Schließlich gehen die Workshopteilnehmer der Frage nach, inwieweit unterschiedliche Oberflächenstrukturen das menschliche Fühlen beeinflussen: Durch äußere Reize, wie zum Beispiel Temperatur oder elektrische Felder, können die Oberflächenstrukturen verändert werden. Dieses Schalten der Mikrostrukturen ermöglicht neben den Haftprinzipien auch, ein unterschiedliches Tastempfinden beim Menschen hervorzurufen. Mit solchen sich verändernden Oberflächen könnten künftig zum Beispiel Autolenkräder oder Touchscreens dem Nutzer Gefahren- oder Antwortsignale senden. Damit ließe sich der Tastsinn bei der zukünftigen Kommunikation Mensch – Computer nutzen.

Events

Particle-Based Materials Symposium 2020
22. Oct 2020, 08:50 - 13:00 : virtual