INM Fellow: Neues Partnerschaftsmodell mit der Universität des Saarlandes

INM Fellow: Neues Partnerschaftsmodell mit der Universität des Saarlandes

Guido Kickelbick, Professor für Anorganische Festkörperchemie an der Universität des Saarlandes, wird als erster „INM Fellow“ mit dem INM in einer strategischen Partnerschaft zusammenarbeiten

INM Fellow: Saarbrücker Leibniz-Institut geht neue Form der Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes ein

Mit einem besonderen Vertragsmodell verstärkt das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien seine Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes. Guido Kickelbick, Professor für Anorganische Festkörperchemie an der Universität des Saarlandes, wird als erster „INM Fellow“ mit dem INM in einer strategischen Partnerschaft zusammenarbeiten. Beide Partner erhoffen sich dadurch sowohl gegenseitige Impulse im wissenschaftlichen Arbeiten, als auch größere Chancen auf die Förderung wissenschaftlicher Projekte.

Im ersten gemeinsamen Projekt wollen Kickelbick und Forscher vom INM herausfinden, wie sich Nanopartikel mit besonderen Eigenschaften an Grenzflächen verhalten. Dazu verwenden sie kugelförmige Nanopartikel, deren Oberfläche zwei chemisch unterschiedliche Seiten aufweist. Die Teilchen gleichen damit dem berühmten Januskopf. Diese sogenannten Janus Nanopartikel richten sich in Abhängigkeit der chemischen Umgebung aus. Damit können sie sich speziell an der Grenzfläche aufhalten, an der sich zwei unterschiedliche Medien berühren. Sie reichern sich an dieser Grenzfläche an und ordnen sich dort von selbst. Die Forscher wollen mit diesem Trick Materialien entwickeln, in denen man zum Beispiel elektronische oder optische Eigenschaften über Licht oder Wärme an- und ausschalten kann.

„Die Forschung an einer Universität ist häufig sehr nah an der Grundlagenforschung angesiedelt. Für Projekte, die weiter in Richtung Anwendung reichen sollen, genügen die eigenen Ressourcen nicht immer“, sagt der Chemiker Kickelbick. „Hier fehlen zum einen eigene Erfahrungen, wie man kreative Ideen in Richtung Anwendung bringen kann; zum anderen hält das INM einen Gerätepark vor, der die Analyse- und Charakterisierungsmöglichkeiten der Universität hervorragend ergänzt“, so Kickelbick weiter. Das INM sei ein idealer Partner, da es Grundlagenforschung mit anwendungsorientierter Forschung verbinde.

Eduard Arzt, wissenschaftlicher Geschäftsführer des INM, erklärt dazu: „Wir profitieren von der wissenschaftlichen Kreativität von Herrn Kickelbick und vor allem von seiner Expertise als Chemiker. Wir können seinen Input nutzen, um unsere eigenen Ideen noch weiter auszuschöpfen. So können wir zum Beispiel im Bereich Optik ganz neue Ideen anstoßen, wenn wir Nanopartikel mit besonderen Oberflächeneigenschaften aus „dem Hause Kickelbick“ mit unseren klassischen Verfahren kombinieren.“

Das Modell „INM Fellow“ steht auch anderen Professoren offen, sofern sich deren Forschungsthemen mit den Forschungsthemen des INM ergänzen. Es beinhaltet einen Doktorandenplatz am INM und ermöglicht es dem „INM Fellow“, auf das fachliche und technische Know-how am INM zuzugreifen.

Ansprechpartner:
Professor Guido Kickelbick
Universität des Saarlandes, Anorganische Festkörperchemie
Tel.: 0681 302-70651
E-Mail: kickelbick@mx.uni-saarland.de

Professor Eduard Arzt
INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien
Tel.: 0681 9300 500
E-Mail: Eduard.arzt@inm-gmbh.de

Download Pressemeldung: 120710 INM Fellow – Saarbrücker Leibniz-Institut geht neue Form der Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes ein

Das INM erforscht und entwickelt Materialien – für heute, morgen und übermorgen. Chemiker, Physiker, Biologen, Material- und Ingenieurwissenschaftler prägen die Arbeit am INM. Vom Molekül bis zur Pilotfertigung richten die Forscher ihren Blick auf drei wesentliche Fragen: Welche Materialeigenschaften sind neu, wie untersucht man sie und wie kann man sie zukünftig für industrielle und lebensnahe Anwendungen nutzen?
Das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH mit Sitz in Saarbrücken ist ein international sichtbares Zentrum für Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt für Unternehmen in aller Welt. Das INM ist ein Institut der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und beschäftigt rund 180 Mitarbeiter. Seine Forschung gliedert sich in die drei Felder Chemische Nanotechnologie, Grenzflächenmaterialien und Materialien in der Biologie.